Kurdische Bürgerverbände sprechen sich gegen PKK-Terror aus

Mehrere Bürgerverbände, NGO´s und Unternehmervereinigungen aus den überwiegend kurdischen Städten Diyarbakir und Batman haben den Verlust von Menschenleben durch Terror unter der Zivilbevölkerung beklagt. Sie fordern die BDP, die PKK und die Regierung in einem gemeinsamen Appell auf, die Gewalt zu beenden.

„Diese Todesfälle schmerzen unsere Herzen. Setzt dem ein Ende“, sagte der Vorsitzende der Anwaltskammer von Diyarbakır M. Emin Aktar laut der türkischen Zeitung „Zaman“ in einer Erklärung im Namen mehrerer zivilgesellschaftlicher Organisationen aus der südöstlichen Region der Türkei. Die Erklärung folgte auf den Tod mehrerer bei Angriffen der terroristischen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) getöteten Zivilisten. Erst am Montag war eine schwangere Frau sowie deren sechsjährige Tochter in der südöstlichen Provinz Batman ums Leben gekommen. In den letzten 18 Tagen sollen bei Terroranschlägen durch die PKK insgesamt vierzehn Zivilisten getötet und 58 verletzt worden sein.

„Wir sind sehr besorgt über diese Entwicklungen. Wir verlieren unsere Hoffnung auf Frieden. Niemand mit klarem Verstand und Bewusstsein würde die jüngsten bewaffneten Angriffe auf Zivilisten akzeptieren“, so Aktar laut dem Blatt weiter. „Die Öffentlichkeit weiß, dass bewaffnete Angriffe und Operationen zu mehr Tränen und Blutvergießen führen.“

BDP soll Boykott des Parlaments beenden

Man erwarte von der PKK, dass sie den Konflikt und die damit zusammenhängenden Angriffe beende. Doch auch die Regierung forderte er auf, ihre militärischen Operationen einzustellen. Die Partei für Frieden und Demokratie (BDP), von der einige Mitglieder als aktive PKK-Sympathisanten gelten, solle des Weiteren ihren noch immer währenden Boykott des Parlaments beenden und zum 1. Oktober, wenn die Sommerpause endet, daran aktiv teilnehmen. An die Medien appellierte er, „keine zu provokativen Nachrichten zu veröffentlichen“ und stattdessen „unterstützend auf einen neuen Friedensprozesses einzuwirken.“

Die Terroranschläge der PKK wurden in jüngster Zeit verstärkt, nachdem türkische Kampfflugzeuge Mitte August damit begonnen hatten, Stellungen der PKK im benachbarten Nordirak als Reaktion auf den Anstieg der Gewalt zu bombardieren.

Die Erklärung wurde von mehreren Verbänden unterzeichnet, einschließlich der Vereinigung südostanatolischer Industrieller und Geschäftsleute (GÜNSİAD), des Börsenvereins von Diyarbakır, dem Verband unabhängiger Industrieller und Unternehmer (MÜSIAD), der Vereinigung der Geschäftsleute von Diyarbakır (DİSİAD) und weiteren wie DİKAD, GÜNGİAD, OSGİAD, OSİAD und BAGİAD.

Auch Mitglieder der BDP verurteilen PKK-Terror

Die eskalierende Gewalt hatte laut „Zaman“ sogar Reaktionen einiger Mitglieder der BDP nach sich gezogen. So äußerte etwa Selim Sadak, kurdischer Bürgermeister für die BDP in der südlichen Provinz Siirt, wo die PKK in der vergangenen Woche versehentlich vier junge Frauen niedergeschossen hatte: „Der Angriff ist nicht akzeptabel und kann nicht gerechtfertigt werden. Ich kann das nicht akzeptieren. “

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