Pinar Selek erneut angeklagt: Doch sie erscheint nicht vor Gericht

Die türkische feministische Friedensaktivisten und Soziologin Pinar Selek sollte am Mittwoch erneut vor Gericht erscheinen. Sie wird der Bombenlegung vor elf Jahren auf einem Ägyptischen Basar in Istanbul sowie der angeblichen Mitgliedschaft in der terroristischen PKK beschuldigt. Doch Selek erschien nicht - aus Angst vor einer Verhaftung. Vorher war sie bereits zweimal freigesprochen worden.

Am Mittwoch fand im neunten Strafgerichtshof der Prozess gegen Pinar Selek und weitere Angeklagte in Istanbul seine Fortsetzung. Pinar Selek selbst nahm nicht teil. Stattdessen waren laut „CNN-Türk“ ihr Vater Alp Selek, der ebenfalls ihr Anwalt ist, und ihre Schwester Seyda Selek anwesend. Zuvor war Selek bereits in zwei gerichtlichen Verfahren freigesprochen worden.

1998 waren bei einer Explosion auf dem Ägyptischen Basar „Misir Carsisi“ in Istanbul sieben Personen gestorben; 127 Menschen, darunter auch Touristen, wurden verletzt. Selek wird die Unterstützung von illegalen Terrororganisationen vorgeworfen.

Die erneute Aufnahme des Prozesses geschah auf Einspruch des neunten Gerichtshofs, der sich auf die Aussage eines weiteren Angeklagten beruft: Abdulmecit Öztürk habe in seiner polizeilichen Aussage gesagt, man habe gemeinsam mit Pinar Selek den Bombenanschlag geplant und ausgeführt. Jedoch gibt es noch keine Beweise für die Aussage. Ebenso konnte noch bislang nicht einmal festgestellt werden, ob es sich um eine Bomben- oder Gasexplosion handelt.

Darüber hinaus soll Pinar Selek angeblich Kontakte zur Terroristen in Europa haben, die sie unter dem Vorwand „soziologischer Untersuchungen“ besuche und von diesen in Bezug auf Bombenherstellung unterrichtet wird.

Mehrere Prominente wie etwa Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk oder Romancier Yasar Kemals in der Türkei sowie auch in Deutschland, unter ihnen etwa Günter Grass, Elfriede Jelinek, Günter Wallraff, Christa Wolf, Fatih Akin und Martin Walser, hatten sich immer wieder öffentlich für Selek eingesetzt und den Prozess gegen sie als „Skandal“ der türkischen Justiz bezeichnet.

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