„Es gibt keinen Gott“: Jetzt hat auch die Türkei ihren Karikaturenstreit!

Mit seiner Karikatur soll Ömer Bahadır Batuhan religiöse Werte beleidigt haben. So lautet die Anklage gegen den türkischen Karikaturisten. Der Staatsanwalt fordert jetzt eine einjährige Gefängnisstrafe.

Gläubige beten in einer Moschee. Einer der Betenden telefoniert währenddessen mit Gott: „Kann ich den Rest des Gebets weglassen? Ich hab da noch was zu tun… Vielen Dank, Gott! Schönen Tag noch.“ An einer Säule der Moschee steht: „Es gibt keinen Gott. Die Religion ist eine Lüge.“ Diese Karikatur des Zeichners Bahadır Baruter sorgte nun in der Türkei für Aufregung.

Die Zeichnung, um genau zu sein, nur die beiden Sätze an der Säule, sollen den Straftatbestand der Beleidigung religiöser Werte erfüllen. Die Gewerkschaft der Mitarbeiter des staatlichen Religionsamtes sowie einige empörte Bürger zeigten den Karikaturisten Bahadır Baruter jetzt an. Die Karikatur, die im satirischen Comic-Magazin „Penguen“ erschienen ist, verletze religiöse Werte, so die Anklage. Der Istanbuler Staatsanwalt fordert eine Gefängnisstrafe von einem Jahr. Einige Medien gehen jedoch davon aus, dass der Karikaturist lediglich mit einer Bewährungsstrafe rechnen muss. An diesem Donnerstag begann die Gerichtsverhandlung, berichtet die Internetzeitung „Haber Türk“.

Zuletzt erregten die Mohamed-Karikaturen von 2005 weltweites Aufsehen. In einer dänischen Tageszeitung erschien eine Serie von zwölf Karikaturen mit dem Titel „Das Gesicht Mohammeds“. In einigen islamischen Ländern kam es zu Demonstrationen und Ausschreitungen. Der Karikaturenstreit belastete die diplomatischen Beziehungen Dänemarks zu islamischen Ländern.

Bahadır Baruter ist einer der Gründer der Satire-Zeitschrift „Penguen“ (dt. Pinguin). Er ist 1963 in Ankara geboren und arbeitet seit 1990 als professioneller Zeichner. Zuvor hatte er zwölf Jahre für die Zeitschrift Leman gezeichnet.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.