Bundesvision Song Contest: Sieg für Tim Bendzko

Als er die gläserne Trophäe in die Höhe stemmt, ist sämtliche Last von ihm abgefallen. Der 26-jährige Berliner Tim Bendzko hat sich am Donnerstagabend gegen eine starke Konkurrenz beim Bundesvision Song Contest in Köln durchgesetzt. Schon vor der Show galt er vielen als Favorit.

Die Tendenz war eindeutig: Nur Stunden vor dem vierstündigen Musikmarathon mit Stefan Raab und Johanna Klum hatten sich auf dem Promi-Portal „Promiflash“ fast 30 Prozent für den smarten Lockenkopf ausgesprochen. In diesem Sommer war mit seinem Stück „Nur noch kurz die Welt retten“ in allen Gehörgängen vertreten.

Jetzt verhalf ihm „Wenn Worte meine Sprache wären“ zum Sieg. Mit einem souveränen Auftritt ohne ausufernde Posen und ohne extravagantes Bühnenoutfit setzte er sich gegen so namhafte Künstler wie Jennifer Rostock, Juli oder Thees Uhlmann, der mit „Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf“ den bisher längsten Songtitel des Wettbewerbs lieferte, durch.

Tim Bendzko holt den dritten BuViSoCo-Sieg für Berlin

„Ich glaube es war der Tanz! Ich hab vor dem einen Part so einen kleinen Dancemove gemacht, und der war auch immer in dem Einspieler. Ich glaube, der hat es letztendlich rausgerissen!“, versucht Tim später scherzhaft seinen Erfolg zu analysieren. Er selbst hätte so gar nicht damit gerechnet. Ordentlich gefeiert hat der junge Mann offenbar nicht sofort. Ganz der Profi erklärt er: „Ich trink erstmal ein Wasser, ich muss jetzt bestimmt noch viel reden. Sonst wird das echt schwierig hier das Ganze durchzustehn! Und später geh ich nochmal mit Herrn Bourani in die Sauna.“

Tim hat übrigens bereits den dritten BuViSoCo-Sieg für Berlin aus insgesamt sieben Wettbewerben, die 2005 als Gegenveranstaltung Eurovision Song Contest gestartet waren, einfahren können. Der einstige Student der  Theologie, ist nach Angaben von ProSieben ein „waschechter Berliner“. So sei er bereits Fußballspieler beim 1. FC Union Berlin gewesen und außerdem als Sieger eines Talentwettbewerbs in der Berliner Waldbühne zu sehen gewesen.

Schelte für Qualität der Moderatoren und die Bands

Die gute Stimmung, die während der Live-Show in Köln herrschte, konnte sich diesmal allerdings nicht auf die deutschen Wohnzimmer übertragen. Gerade einmal sieben Prozent Marktanteil konnte Stefan Raab mit seiner Sendung erreichen. Schauten bei der ersten Ausgabe noch über drei Millionen zu, waren es diesmal nur knapp 1,7. Viel Unmut verteilten die Kritiker aber nicht nur in Richtung der Künstler, die mit teils zu banalen Titeln und fragwürdigen Darbietungen angetreten waren. Diesmal traf es auch das Moderatorenduo und eine sichtlich überforderte Lena Meyer-Landrut, die ihre Chance im Backstage-Bereich gehaltvolle Gespräche mit den Musikern zu führen, dank sinnfreier Fragen gänzlich vorüber ziehen ließ.

Tim Bendzko kann das nicht weiter stören. Via Facebook-Video bedankt er sich noch sichtlich verschlafen am Freitagmorgen bei seinen Fans. Das Album laufe, dann gewinne er den Bundesvision Song Contest, jetzt habe er 100.000 Facebook-Fans – besser könnte es gerade gar nicht sein. Er sagt: „Danke fürs CD-Erwerben, danke fürs Anrufen, danke fürs Aufmerksamkeit schenken!“

Hier noch einmal sein Sieger-Song, die Ballade „Wenn Worte meine Sprache wären“:

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Bundesvision Song Contest: Kann Tim Bendzko alle schlagen?

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