Unruhen: Türkische Minderheiten in Bulgarien von Gewalt bedroht!

Die türkische Minderheit in Bulgarien fühlt sich vom Erstarken des Rechtsextremismus bedroht. Mehrere Frauen wurden bereits überfallen. Ihre einzige Hoffnung ruht nun auf einem Anruf des türkischen Premiers Erdogan.

Ausschreitungen gegen die Roma-Minderheit erschüttern seit einer Woche Bulgarien. Am Freitagabend war ein 19-Jähriger bei Plowdiw von Roma-Angehörigen überfahren worden. Ihnen wird vorgeworfen vorsätzlich gehandelt zu haben. Mit dem Tod des Jungen wird der bekannte Roma-Anführer Kiril Raschkow, besser bekannt als „Zar-Kiro“, in Verbindung gebracht. Raschkow wurde am Dienstag festgenommen. Er habe einem Familienangehörigen des Jungen mit dem Tod gedroht, so die bulgarischen Behörden.

Rechtsextremisten protestieren mit Messern und Schusswaffen

Der Verkehrsunfall war jedoch nur Auslöser der Ausschreitungen. Schon seit Jahren ist in Bulgarien ein Erstarken des Rechtsextremismus zu beobachten. Bulgaren mit slawischer Abstammung, die die Mehrheit bilden, demonstrierten in den vergangenen Tagen in ganz Bulgarien. Die mehr als 2.000 Demonstranten waren mit Messern und Schusswaffen bewaffnet. Allein am Mittwoch wurden 160 Personen festgenommen.

Die türkische Minderheit in Plowdiw fühlt sich ebenfalls bedroht. Besonders das Viertel Stolipinovo ist betroffen. Weibliche Reinigungskräfte seien hier überfallen worden. Übergriffe auf die Häuser wurden zwar von der Polizei verhindert, die Menschen fürchten jedoch weiterhin um ihr Leben und trauen sich nicht auf die Straße. Auf den Demonstrationen wurden Parolen wie „Zigeuner raus“ und „Lasst uns die Türken ans Messer liefern“ gerufen. Eine Moschee wurde mit Steinen beworfen und musste von der Polizei bewacht werden.

Türken: „Unsere einzige Garantie ist die Türkei“

Die türkische Minderheit glaubt, mit einem Eingreifen der Türkei könnten die Übergriffe beendet werden, berichtet der Nachrichtensender „CNNTurk“. Die Bewohner sagten: „Unsere einzige Hoffnung ist Ministerpräsident Erdoğan. Mit einem Anruf von ihm könnte uns hier niemand was zu Leide tun. Wir glauben, unsere einzige Garantie ist die Türkei.“ Die bulgarische Regierung versucht, die Vorfälle herunterzuspielen. Präsidentschaftskandidat der regierenden konservativen Partei GERB, Rosen Plevniev, erklärte: „Das waren rein kriminelle Taten und keine ethischen Spannungen.“

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