Bob Dylan wie Guttenberg: Auch er hat geklaut

Nicht nur unter Politikern gibt es Plagiatoren. Auch der bekannte Folkmusiker Bob Dylan soll geschummelt haben. Bei einigen Bilder seiner laufenden Ausstellung "The Asia Series", die gerade in der renommierten New Yorker Galerie "Gagosian" zu sehen sind, handelt es sich offenbar um Kopien klassischer Fotografien.

Japan, China, Vietnam und Korea – Bob Dylan ist auf seiner Asienreise viel herum gekommen. Die dort gesammelten Eindrücke hat er gemalt und stellt sie seit dem 20. September auf der Upper East Side unter dem Titel „Die Asien-Serie“ aus. Zu sehen sind laut Galerie alltägliche Szenen: „Abbildung von Menschen, Straßenszenen, der Architektur und Landschaft“.

Doch das kunstverständige Publikum wurde schnell skeptisch: Einige der Gemälde des 70-jährigen Musikers sehen bekannten Fotografien von Henri Cartier-Bresson, Leon Busy oder auch Dimitri Kessel verdächtig ähnlich. Auch bei einer Bilderserie mit historischen Fotos aus China auf dem Portal „Flickr“ soll sich der Musiker bedient haben. Das behauptet zumindest der User Okinawa Soba. Insgesamt sollen zehn der 18 Bilder Dylans „kopiert“ worden sein.

Bob Dylan hat sich verschiedener Quellen bedient

Eigentlich ist Appropriation, also die Übernahme fremden Materials in der modernen Kunst, durchaus gängig. Und das bestreitet die Manhattaner Galerie auch gar nicht. Sie betont aber weiterhin die Authentizität seiner Werke: „Einige von Bob Dylans Malereien haben verschiedene Quellen, darunter Archivmaterial und historische Aufnahmen. Ihre Frische und Resonanz reflektieren aber die Eindrücke, die Dylan bei seinen Reisen in Bezug auf Farben und Strukturen aus alltäglichen Szenen gewann.“

Bob Dylan selbst schweigt bisher zu den Vorwürfen.  In einem Interview mit ihm, das sich auch im Ausstellungskatalog befindet, erklärt er jedoch bereits im Vorfeld: „Ich orientiere mich meistens am wahren Leben. Richtige Menschen, wahre Straßenszenen, Eindrücke vom Hintergrund, echte Modelle, Malereien, Fotos, gestellte Szenen, Architektur, grafische Designs: alles, was sich anbietet. (…) Ich verfolge die Ursache und ihre Wirkung von Anfang bis Ende. Beginnen sollte es aber immer mit etwas Greifbarem.“

Dylan wird nicht das erste Mal der Plagiatur verdächtigt. Bereits vor fünf Jahren kam ans Licht, dass Songtexte seines Albums „Modern Times“ Versen des bereits 1867 verstorbenen Dichters Henry Timrod ähneln sollen. Auch in Asien soll er sich bereits bedient haben. Der Roman „Confessions of a Yakuza“ von Junichi Saga und Dylans Album „Love and Theft“ weisen angeblich starke Parallelen auf.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.