Armenier und Türken streiten nun auch in Hollywood

Die Parade einer osmanischen Militärkapelle wurde in Hollywood abgesagt. Grund waren Proteste armenischer Bevölkerungsgruppen. Das Event sei eine Beleidung der Opfer des Völkermords.

Die Parade sollte am 3. Oktober von der Highland bis zur La Brea Avenua marschieren und so einen Vorgeschmack auf das am 6. Oktober beginnende Anatolische Kulturfestival bieten. Armenische Gruppen in den USA sahen darin eine offene Provokation. Das Armenische National Komitee sagte, der geplante Auftritt komme einer Hassrede und Bedrohung gleich. Der Marsch beleidige die armenischen Opfer, die im Ersten Weltkrieg durch die Osmanen getötet wurden.

Die Militärkapellen des Osmanischen Reichs waren repräsentative Marschmusiker des Sultans. Auf vielen türkischen Festlichkeiten treten auch heute noch traditionell gekleidete Gruppen, die „Mehter Takimi“, auf und spielen die historische Militärmusik.

Pacifica Institut: „Mehter Takimi“ sollte den Dialog fördern

Hafsa Rai, Sprecherin des Pacifica Instituts, ist schockiert über die Reaktionen. Das Pacifica Institut habe zum Ziel gehabt, den interkulturellen Dialog mit dem Event zu fördern. „Wir sind nicht hier, um jemanden zu verletzten. Das war nie unsere Absicht“, so Rai. Sie erklärte, auf dem Anatolischen Kulturfestival werde es um alle Kulturen, die jemals in der heutigen Türkei gelebt hätten, gehen. Auch die armenische Kultur sei Teil des Festivals.

Während des Ersten Weltkriegs soll das Osmanische Reich systematisch 1,5 Millionen Armenier getötet haben. Die Türkei lehnt die Vorwürfe eines Völkermords an den Armeniern bis heute strikt ab.

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