Designierter Medizin-Nobelpreis-Träger Steinman gestorben

Er hatte den Gipfel der wissenschaftlichen Würden gerade erreicht. Doch die Auszeichnung kam zu spät: Der Wissenschaftler Ralph M. Steinman, der an diesem Montag als Medizin-Nobelpreisträger bekanntgegeben wurde, ist verstorben.

Nur Stunden, bevor die Todesnachricht die Runde machte, wurde der Kanadier gemeinsam mit dem Franzosen Jules A. Hoffmann,von der Universität Straßburg, sowie Bruce Beutler, vom Scripps Research Institute im kalifornischen La Jolla, als diesjährige Preisträger bekannt gegeben. Wenig später teilte eine Sprecherin des Karolinska-Instituts in Stockholm dann mit, dass Steinman, der Jahrzehnte an der Rockefeller-Universität in New York gelehrt und geforscht hat, bereits am 30. September im Alter von 68 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstorben sei. Von seiner Auszeichnung habe der Immunologe nichts mehr erfahren.

Steinmann, Hoffmann und Beutler erhalten die höchste wissenschaftliche Auszeichnung für ihre Aufdeckung der Schlüsselprinzipien des Immunsystems. Gemeinsam schufen sie wichtige Grundlagen, um Therapien gegen  Infektionskrankheiten wie etwa Aids aber auch gegen Krebs oder Entzündungen zu entwickeln. In der Begründung des Instituts heißt es an diesem Montag: „Die diesjährigen Nobelpreisträger haben unser Verständnis vom Immunsystem revolutioniert.“

Jury in Stockholm ernennt keinen neuen Preisträger

Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert und soll zur Hälfte an Hoffmann und Beutler gehen. Die Todesnachricht Steinmans ist in der Geschichte des Preises einmalig. Zum ersten Mal wurde diese Auszeichnung nun posthum vergeben. In den Statuten ist dieser Fall nicht vorgesehen. Dennoch will man in Stockholm an der Vergabe festhalten: Wie Jury-Vorsitzender Göran Hansson mittlerweile bekräftigt hat, werde man keinen neuen Gewinner ernennen. Es sei traurig, dass Steinman nicht die Freude über seine Ehrung habe genießen können

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