Deutsche Stiftungen bestreiten Unterstützung der PKK

Der türkische Premier Erdogan hat am Sonntag deutsche Stiftungen beschuldigt, die Terrororganisation PKK zu unterstützen. Jene weisen alle Anschuldigungen von sich.

In der Türkei aktive deutsche Stiftungen wehren sich gegen die Vorwürfe des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, sie würden angeblich die PKK unterstützen. Durch Kreditgeschäfte mit Stadtbezirken, die von der CHP und der BDP regiert werden, sei Geld an die terroristische Organisation geflossen, so Erdogan. Das soll der türkische Geheimdienst herausgefunden haben. Trotz Hinweisen seitens der Türkei hätte Deutschland nicht reagiert, so Erdogan.

Böll-Stiftung: Wie kommt Erdogan auf diesen Verdacht?

Einige deutsche Stiftungen, die in der Türkei aktiv sind, distanzierten sich gegenüber der türkischen Zeitung „Zaman“ von den Anschuldigungen. Die Friedrich-Naumann-Stiftung erklärte, alle Aktivitäten der Organisation sowie die finanziellen Transaktionen seien transparent. Jörg Dehnert, ein Sprecher der Stiftung, sagte: „Der Ministerpräsident hätte unsere Stiftung genannt, wenn wir involviert gewesen wären.“ Es handele sich dabei um ernste Anschuldigungen und jede Stiftung, die damit etwas zu tun habe, müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden, so Dehnert.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Heinrich-Böll-Stiftung wiesen die Behauptungen ebenfalls von sich. Es habe bei beiden Stiftungen keine Kreditvergaben in der Türkei gegeben, so die Sprecher. Ulrike Dufner, Vertreterin der Heinrich-Böll-Stiftung, verstehe nicht, wie Erdogan überhaupt auf diesen Verdacht komme.

CHP: Erdogan beschuldigt Konrad-Adenauer-Stiftung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung wurde vom CHP Vizevorsitzenden Gökhan Günaydin bei einer Pressekonferenz erwähnt. Er meinte zu wissen, dass es sich bei der von Erdogan genannten Stiftung um die Konrad-Adenauer-Stiftung handele. Diese habe ein Projekt zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung in der Türkei. Dabei habe es jedoch keine Unterstützung der PKK gegeben. Erdogans Aussagen seien Unterstellungen. Der Internetseite www.gazeteport.com erklärte die Stiftung: „Wir haben der CHP oder der BDP niemals auch nur einen Cent gegeben.“

Auf Nachfrage der Deutsch Türkischen Nachrichten erklärt die Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Stellungnahme: „Aus gegebenem Anlass erklärt die Konrad-Adenauer-Stiftung, dass sie zu keiner Zeit türkischen Gemeinden bzw. Stadtverwaltungen oder anderen Institutionen bzw. Organisationen irgendwelche Kredite angeboten oder ausgezahlt hat. Alle unsere Aktivitäten unterliegen dem türkischen Vereinsgesetz (5253 sayili Dernekler Kanunu) und dementsprechend werden sämtliche Aktivitäten regelmäßig von den zuständigen türkischen Behörden geprüft.“

Susanne Kophal, Pressereferentin der Konrad-Adenauer-Stiftung, äußert sich ebenso zu dem Fall gegenüber den Deutsch Türkischen Nachrichten. Sie betont: „Bezüglich Ihrer Frage, zur Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung mit der CHP kann ich Ihnen mitteilen, dass wir noch nie mit der CHP als Partner oder Kooperationspartner gemeinsame Projekte durchgeführt haben.“

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