Kinderschutzbund will  „Die Super Nanny“ verbieten

Die am 14. September ausgestrahlte Folge der "Super Nanny" hält weiter in Atem. Gezeigt wurde damals eine junge Frau, die vor laufender Kamera ihre Kinder schlug. Katja Saalfrank zog das Jugendamt hinzu. Jetzt tritt der Kinderschutzbund auf den Plan. Er will ein Verbot der Sendung erwirken.

Eigentlich soll die RTL-Coaching-Show „Die Super Nanny“ rund um die ausgebildete Diplom-Pädagogin und Musiktherapeutin Katja Saalfrank der Aufklärung und Hilfe dienen. Doch das, was Mitte September im Rahmen der mittlerweile zehnten Staffel gezeigt wurde, geht in den Augen des Kinderschutzbundes zu weit.

In einem Offenen Brief vom 5. Oktober, addressiert an Chefredakteur Peter Kloeppel, rügt der nun das Vorgehen. Denn obwohl die kleinen Kinder schutzlos den gewalttätigen Übergriffen durch ihre 25-jährige Mutter ausgesetzt gewesen wären, hätten weder das Filmteam noch die Erziehungsexpertin selbst eingegriffen.

RTL erklärt Behauptungen des Kinderschutzbundes für falsch

Der Sender sieht den Sachverhalt völlig anders. Er teilt hierzu mit: „Die Behauptungen des Kinderschutzbundes, die Diplompädagogin Katia Saalfrank habe nicht eingegriffen, als die Kinder gewalttätigen Übergriffen der Mutter ausgesetzt waren, sind schlicht weg falsch.“ Dass die kritisierte Folge überhaupt ausgestrahlt wurde, hält RTL für richtig. Die psychischen und physischen Misshandlungen, die in dieser Sendung gezeigt würden, seien schon extrem und die Atmosphäre sei sehr belastend. Dennoch: Misshandlungen dieser Art dürften nicht verschwiegen und weiter tabuisiert werden.

Das Format geriet wegen einer Folge, die im Mai 2010 gezeigt wurde, schon einmal in die Kritik. Damals flatterte dem Sender ein Bußgeldbescheid in Höhe von 30.000 Euro wegen Verletzung der Menschenwürde ins Haus. Jetzt stellt der Kinderschutzbund in seinem Brief hierzu fest: „Die erneute Übergriffe gegen die Kinder der betroffenen Familien zeigen, dass ein Kamerateam und eine ‚Fernsehpädagogin‘ nicht der berufene Personenkreis ist, um Familien, die sich in einer sehr schwierigen und subjektiv ausweglosen Situation befinden, zu helfen.“

Mehr hier:

Schläge bei der Super Nanny: Jugendamt schreitet ein

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