Sensation in Türkei: Erste Gebärmutter-Transplantation der Welt

Im Universitäts-Krankenhaus Akdeniz in der Nähe der Touristenhochburg Antalya ist türkischen Ärzten jetzt ein kleines medizinisches Wunder gelungen. Erstmals überhaupt haben sie einer jungen Frau die Gebärmutter einer verstorbenen Spenderin eingepflanzt. Auch zwei Monate nach dem Eingriff sieht alles gut aus.

Für die junge Derya Sert ist die gelungene Operation ein Riesenschritt. Die 21-jährige Frau kam ohne Gebärmutter zur Welt. Mit ihrem Ehemann einmal eine Familie zu gründen, schien undenkbar – bis jetzt. Zwei Monate ist der weltweit einzigartige Eingriff, an dem am 9. August dieses Jahres ein insgesamt 15-köpfigen Ärzteteam beteiligt war, mittlerweile her. Und Derya geht es gut.

Ärzte sind mit Prognosen noch vorsichtig

Chirurg Özkan kann das nur bestätigen: „Die Operation ist gut verlaufen.“ Eine Abstoßung sei bisher nicht erfolgt. Auch eine erste Menstruation habe bereits stattgefunden. Ein Zeichen dafür, dass der Körper das Organ angenommen habe. Dennoch bleibt der Mediziner vorsichtig: „Man kann erst von einem Erfolg sprechen, wenn sie ihr Kind bekommt.“

Derya gehört zu der einen unter 5000 Frauen, die ohne einen Uterus geboren werden. Bereits vor elf Jahren hatten Mediziner in Saudi-Arabien versucht, einen solchen zu transplantieren. Das Organ, das von einer lebenden Spenderin entnommen wurde, musste jedoch nach 99 Tagen wieder entfernt werden. Die Gebärmutter wurde von der Empfängerin abgestoßen.

Ob eine Schwangerschaft erfolgreich verläuft ist noch ungewiss

Die türkische Gynäkologin Münire Erman Akar, die an der aktuellen OP beteiligt war, geht davon aus, dass damals nicht genügend Blutgefäße, die ein Anwachsen des Uterus im Körper der Empfängerin ermöglichen, entnommen worden seien. Jetzt haben die Mediziner aus den Fehlern von einst gelernt. Auch die Medikamente gegen eine Abstoßung seien mittlerweile ganz andere, als noch vor elf Jahren.

Ob die junge Türkin allerdings tatsächlich ein Kind bekommen kann, das steht noch in den Sternen. Zwar könnte eine Schwangerschaft mit Hilfe einer künstlichen Befruchtung durchaus herbeigeführt werden, doch welche Folgen die Medikamente, die Derya einnehmen muss, für das Baby hätten, sind noch unklar. Missbildungen, Entwicklungsverzögerungen, Abstoßung der Gebärmutter. Noch ist alles offen.

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