Friedensnobelpreis: Vorkämpfer des Arabischen Frühlings gehen leer aus

Die Administratoren der Facebook-Seite "We are all Khaled Said" hatten bis zuletzt gehofft. Doch ihr Wunsch, dass ein Ägypter den diesjährigen Friedensnobelpreis erhält, erfüllte sich nicht. In Oslo entschied man sich stattdessen für drei Kämpferinnen für die Frauenrechte.

Noch am Morgen war auf der Pinnwand der Facebook-Seite „We are all Khaled Said“ zu lesen: „Es gibt hartnäckige Gerüchte in Ägyten, dass eine ägyptische Aktivistengruppe oder aber ein Einzelner für seine Rolle während der ägyptischen Revolution heute den Friedensnobelpreis erhalten wird. Bisher wurde aber noch nichts bestätigt.“

Mehr als 100 User fanden Gefallen an dieser Vorstellung, kommentierten die schüchtern geäußerte Hoffnung euphorisch. Niemand anderes als eine Gruppe von dort würde den Preis so sehr verdienen, sind sich einige einig. Aber auch die Menschen in Tunesien hätten ihn mehr als nur verdient. Nur Stunden später herrschte dann Klarheit. Die Vorkämpfer des arabischen Frühlings gingen leer aus: Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr an die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, deren Landsfrau Leymah Gbowee und die jemenitische Journalistin Tawakkul Karman.

Nobelpreis für gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen

Die Facebook-User zeigen sich jedoch versöhnlich. In Richtung der drei Frauen werden zahlreiche Glückwünsche ausgesprochen. Man schwört sich gegenseitig, sich nichstdestotrotz weiter für Freiheit und Frieden einzusetzen. Immerhin hat das norwegische Nobelpreis-Komitee mit ihnen auch in Richtung Afrika, in Richtung arabische Welt geblickt. Alle drei setzen sich seit vielen Jahren gegen Krieg, Gewaltherrschaft und Unterdrückung des eigenen Geschlechts ein. Der frühere Ministerpräsident Thorbjörn Jagland, Vorsitzender des norwegischen Nobelkomitees, erklärte: Die drei Frauen erhalten den Preis „für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und für die Rechte von Frauen für volle Teilnahme an friedensbildender Arbeit“. Und auch das Komitee stellte heraus: „Wir können keine Demokratie und dauerhaften Frieden in der Welt erreichen, wenn Frauen nicht die gleichen Möglichkeiten wie Männer haben, um die Entwicklungen auf allen Ebenen der Gesellschaft zu beeinflussen.“

Für die die ägyptischen Internet-Aktivistinnen Asmaa Mahfus und Israa Abdel Fatah von der Bewegung 6. April sowie die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni, die im Vorfeld als heiße Favoritinnen galten, schien die Zeit hingegen noch nicht reif zu sein. Doch wie die Weltgemeinschaft spätestens seit diesem Frühjahr weiß: Den Kopf in den Sand stecken, das ist so gar nicht die Sache dieser Menschen.

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