Spioniert Bundesregierung illegal unsere Computer aus?

Der Chaos Computer Club berichtet von einem Bundestrojaner, den der Bundesnachrichtendienst offenbar illegal einsetzt. Damit können bei den Nutzern Audio-Files wie Skype Gespräche oder Eingaben in Mozilla Firefox nachvollzogen werden.

Dem Chaos Computer Club (CCC) liegt nach eigenen Angaben der „Bundestrojaner“ des Bundesnachrichtendienstes vor. Dieser könne mehr in Erfahrung bringen, als es eigentlich der Fall sein dürfte. Der BND verletzt damit absichtlich den Datenschutz und der Einsatz sei ganz klar verfassungswidrig. Der CCC bekam Festplatten mit anonymem Absender zugespielt, die von dem Trojaner befallen waren.

Nach den Untersuchungen habe der CCC den Trojaner mit Sicherheit dem BND zuordnen können. Der Antiviren-Spezialist F-Secure bestätigt die Annahme: „Wir haben keinen Grund, die Erkenntnisse des CCC anzuzweifeln“, erklärte F-Secure der „Berliner Morgenpost“. F-Secure erläutert, wozu der Trojaner alles in der Lage ist. Das Programm könne Bildschormfotos machen, die Eingaben in den Firefox-Internetbrowser und Gespräche in den Chatprogrammen Skype und ICQ aufzeichnen. Sogar Audiodateien könnten an den BND weitergeleitet werden.

BND-Trojaner: Ermittlungsergebnisse können manipuliert werden

Noch beängstigender ist, dass der Trojaner des BND offenbar Programme auf dem betreffenden Rechner ändern oder neue einschleusen kann. Der CCC meint, so könnten Unschuldigen Beweise für ein Verbrechen untergeschoben werden. Unbemerkt könne das Programm auf Mikrofon, Kamera und Tastatur zugreifen. Von dem Lauschangriff bemerkt der Nutzer nichts.

Seit 2005 versucht der BND Verdächtige online zu überwachen. Damals wurde erstmals über den sogenannten „Bundestrojaner“ diskutiert. 2008 wurde vom Bundesverfassungsgericht entschieden, das die genannten Funktionen des Trojaners verfassungswidrig sind.

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