Wachstum Türkei: Koç-Chef widerspricht IWF

Türkische Geschäftsleute sind überzeugt: Der IWF liegt mit seiner Einschätzung, die Wirtschaft der Türkei werde 2012 um 2,5 Prozent wachsen, falsch. Unter ihnen herrscht Einigkeit, dass die Türkei mindestens ein Wirtschaftswachstum von vier Prozent zu erwarten hat.

Die Türkei war in der ersten Quartalshälfte 2011 mit 11,6 Prozent die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt. Der Internationale Währungsfond  (IWF) prognostizierte der Türkei 2012 jetzt allerdings ein weiteres Wachstum von gerade einmal 2,5 Prozent. Andere Experten kritisierten diese Einschätzung nun als zu gering bemessen. Die Prognose ignoriere das wirtschaftliche Potenzial des Landes.

Die türkischen Geschäftsleute sind derselben Meinung. Mustafa Koç, Chef des Großkonzerns Koç-Holding, erklärte gegenüber der türkischen Zeitung „Zaman“: Wir erwarten, dass die Wirtschaft 2012 im Vergleich zu diesem Jahr um vier bis fünf Prozent wachsen wird.“ Das BIP wuchs zwischen April und Juni 2011 um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Türkei trotzt Schwankungen der westlichen Märkte

Auch für Erdal Karamercan, Chef der Eczacıbaşı Holding, ist ein Wachstum unter vier Prozent unrealistisch. Die Vorsitzende des türkischen Ausschusses für Außenwirtschaftsbeziehungen (DEIK) Rona Yırcalı geht in die gleiche Richtung. In seinen Augen sei die Einschätzung des IWF mehr als bescheiden.

Dem schließt sich auch Hamdullah Eren, Chef der Eren Holding, an. Er sieht in der jetzigen Entwicklung ein gutes Vorzeichen. Trotz der Schwankungen der Märkte in der westlichen Welt, sei die türkische Wirtschaft kontinuierlich gewachsen. Das bedeute ein noch stärkeres Wachstum für das kommende Jahr.

Türkische Zentralbank versucht Lira zu stabilisieren

Trotz der optimistischen Sicht türkischer Geschäftsleute, gerät die Türkei derzeit immer tiefer in den Strudel der internationalen Finanzkrise. Erst Mitte vergangener Woche entbrannte eine Diskussion um die Politik der türkischen Zentralbank, die derzeit versucht, durch Dollar-Verkäufe die Währung zu stabilisieren. Wie lange diese Strategie gelingt, ist unter Experten umstritten. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Denn Mittlerweile gibt es viele Investoren, die sich auch aus türkischen Werten zurückziehen.

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