Abgewendet: Vorerst kein Fluglotsenstreik!

Aufatmen unter den Reisenden. Ein Fluglotsenstreik findet vorerst nicht statt. Das teilte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit. Er startet einen letzten Versuch und setzt auf Gespräche am kommenden Mittwoch.

Dank der kurzfristig anberaumten Gespräche seien Streiks, so Ramsauer, erst einmal vom Tisch. Es seien zudem keine Beeinträchtigungen des Flugbetriebs zu befürchten. Die Lösung, betonte der Minister weiter, müsse am Verhandlungstisch gefunden werden, „im Interesse der Passagiere, der Wirtschaft und der Beschäftigten“. Eigentlich hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) noch für diese Woche Streiks angekündigt. Verhindert wurden diese nun dank weiterer Verhandlungen, die Ramsauer als Verantwortlicher für die bundeseigene Deutsche Flugsicherung (DFS), jetzt ankündigte. An diesen sollen dann auch seine Staatssekretäre teilnehmen.

Streitpunkt zwischen GdF und DFS: Vergütungsgruppe

Erst am vergangenen Freitag waren die Verhandlungen zwischen Flugsicherung, hier sind rund 6000 Menschen, darunter mehr als 2000 Fluglotsen beschäftigt, und Gewerkschaft unter Schlichter Volker Rieble geplatzt. GdF und Flugsicherung schoben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Gespräche zu. Als Streitpunkt hatte sich die Forderung erwiesen, alle sogenannten Schicht- und Teamleiter in eine höhere Vergütungsgruppe einzustufen. Hierzu soll die DFS nun allerdings bereit sein. Als Kompromiss sollte das Gehalt der Neulinge hier etwas schmäler ausfallen. Wie die Gewerkschaft dazu steht, ist bisher noch nicht bekannt.

Vollkommen abgewendet ist ein Streik aller 2000 deutschen Fluglotsen, übrigens eine deutsche Premiere, allerdings noch nicht. Die GdF erklärte bereits, dass sie Streiks mindestens 24 Stunden vorher ankündigen würde. „Wenn wir am Mittwoch kein Ergebnis erzielen, ist der Weg aber vorgezeichnet“, so der Bundesvorstand Tarif und Recht der Fluglotsen Gewerkschaft GdF, Markus Siebers.

Konflikt zieht sich bereits seit Monaten hin

Zudem: Die Fronten zwischen beiden Parteien sind verhärtet. Der Clinch zieht sich bereits seit Anfang des Jahres hin. Die Fluglotsen fordern unter anderem eine Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent über zwölf Monate. Sowie eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die DFS bietet auf der anderen Seite eine Erhöhung der Tarifgehälter ab 1. August um 3,2 Prozent sowie eine sofortige Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent des Bruttojahresgehalts. Ab 1. November 2012 würden die Gehälter dann um weitere zwei Prozent steigen.

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