Sivas-Massaker: Killer entkam mit deutschem Reisepass

Ein türkischer Flüchtling, der im vergangenen Monat von der polnischen Polizei auf der Flucht gefasst wurde, konnte sich auch deshalb über ein Jahrzehnt einer Gefangennahme entziehen, weil er einen Pass mit sich trug, den er in Deutschland erworben hatte.

Vahit Kaynar, der für seine Teilnahme an dem 1993 verübten Massaker von Sivas verurteilt wurde, bei dem 33 Intellektuelle und zwei Hotel-Mitarbeiter des Madimak Hotels in der zentralanatolischen Provinz Sivas getötet wurden, war mit einem sogenannten blauen Flüchtlingspass durch Europa gereist. Dieser wird von der deutschen Regierung politisches Asyl Suchenden gewährt. Dank seines deutschen Passes sei Kaynar beim Überqueren der Grenzen in Europa keinen Personenkontrollen unterzogen worden, berichtet Hürriyet. Kaynar war auf dem Weg von Deutschland nach Polen, als er gefangen genommen wurde.

Kaynars Anwälte hoffen, seine Überstellung in die Türkei, die seine Auslieferung beantragt hat, verhindern zu können. Stattdessen soll er nach Deutschland zurückkehren dürfen. Kaynar war zum Tode verurteilt und ein Jahr in einem türkischen Gefängnis inhaftiert worden, bevor er nach Deutschland floh. Kaynar hatte seit mehr als einem Jahrzehnt in Berlin gelebt und wurde von Interpol gesucht.

Die Madimak Hotel in Sivas war am 2. Juli 1993 während eines alevitischen Kulturfestivals von radikalen Islamisten angezündet worden. Zusätzlich zu den 35 Opfern des Massakers  starben auch zwei Angreifer während der Brandstiftung.

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