Sieben Jahre Haft: Timoschenko kündigt Widerspruch an!

Nach der Verurteilung der ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko zu sieben Jahren Haft will sie vor dem Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte weiterkämpfen. Dies kündigte sie noch im Gerichtssaal an.

Das Urteil des Gerichts in der ukrainischen Hauptstadt Kiew lautet auf Amtsmissbrauch. Die 50-jährige Timoschenko soll der Ukraine mit dem Abschluss von nachteiligen Gasverträgen mit Russland  im Jahr 2009 einen Schaden von umgerechnet 137 Millionen Euro verursacht haben. Damit habe Timoschenko ihre Machtbefugnisse übertreten, so die Begründung des Richters.

EU und USA hatten sich für die Ex-Anführerin der demokratischen „Orangefarbenen Revolution“ von 2004 in der Ukraine ins Zeug gelegt, da sie das Verfahren als politisch motiviert ansehen – ohne Erfolg. Auch Timoschenko selbst hatte mehrfach geäußert, die Vorwürfe seien eine Erfindung des politischen Gegners und das Verfahren der bloße Versuch des amtierenden Präsidenten Janukowitsch, die prowestliche Opposition vor den Wahlen im kommenden Jahr in der Ukraine zu schwächen.

Widerspruch vor Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte

Noch während der Urteilsverkündung im Gerichtssaal erklärte Timoschenko, sie werde Widerspruch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) einlegen und um ihren „ehrlichen Ruf“ bis zum Schluss kämpfen.

Für Aufsehen hatte der Prozess auch deshalb Anfang August gesorgt, als Timoschenko in Untersuchungshaft genommen worden war, weil sie von der Anklagebank aus mit ihrem iPad spöttische Botschaften über Twitter verbreitet hatte. Auch machten zwischenzeitlich wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Timoschenko Gerüchte die Runde, sie könnte möglicherweise ähnlich wie der ehemalige Präsident der Ukraine, Wiktor Juschtschenko, vergiftet worden sein.

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