Oktoberfest: Prügel weil Gast zu nüchtern war?

Dass es in den Festzelten des Münchner Oktoberfestes allgemein nicht gerne gesehen wird, wenn Gäste zu lange an ihrer Maß trinken, ist unter Insidern bereits seit langem bekannt. Dass ein zu geringer Konsum jedoch auch Prügel nach sich ziehen kann, musste in diesem Jahr ein 20-Jähriger am eigenen Leib erfahren.

Die Geschichte, die Andreas K. auf der erst kürzlich zu Ende gegangenen „Wiesn“ zugestoßen ist, mutet an, wie aus einem schlechten Klamaukfilm der 70er Jahre. Doch sie ist scheinbar bittere Realität: Der 20-jährige Münchner wurde am letzten Wiesn-Samstag, dem 1. Oktober, angeblich blutig geschlagen, weil er zu wenig getrunken und gegessen haben soll.

Zugetragen haben soll sich das Ganze im bekannten Hippodrom-Festzelt. Jetzt erhebt der junge Mann schwere Vorwürfe gegen das dort tätige Personal. Weil nach dem Geschmack der Bedienung die Gesamtrechnung von ihm und seinen Begleitern zu gering ausgefallen war, wies sie nach einer Weile Ordner an, die die beiden Männer „hinausbegleiten“ sollten. Doch: Diese hatte die jungen Männer und ihre Familie zuvor angewiesen „pro Kopf 90 Euro bei ihr ausgeben“, so der Servicetechniker gegenüber der „Abendzeitung“, was für die Runde allerdings kaum zu schaffen gewesen sein soll.

20-Jähriger und sein Cousin gefesselt und geschlagen

Im Zuge des Hinausbegleitens ist die Situation dann offenbar eskaliert. Nach Angaben des Opfers wurden er und sein Cousin gefesselt und geschlagen. Seine Nase wurde bei der Rangelei gebrochen. Der 20-Jährige erstattete Anzeige.

Auf Anfrage „Abendzeitung“ hat sich jetzt auch der Anwalt von Wirt Sepp Krätz zu Wort gemeldet. Und der berichtet die Geschichte so: „Nicht ein angeblicher Konsumzwang sei die Ursache für die Tischräumung gewesen, sondern das aggressive Verhalten der jungen Männer und ihrer Begleiterinnen. Diese hätten der Bedienung einen Bier-Rest in den Ausschnitt gekippt und die Geschäftsführerin beleidigt.“

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