Foto löst Debatte über Frauenrechte in Türkei aus

Eine türkische Zeitung hat kürzlich ein Foto einer Frau veröffentlicht, die von ihrem Mann erstochen wurde. Darauf zu sehen: Die blutüberströmte Sefika Etik, in deren Rücken noch das Messer steckt. Die Abbildung erregt in der ganzen Türkei Aufsehen.

Die Nachricht über die Ermordung von Sefika Etik verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Türkei. Großen Anteil daran hatte die Zeitung „Habertürk“. Sie bildete die halbnackte blutüberströmte Sefika Etik mit einem Messer im Rücken auf der Titelseite ab. Zum Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos war Etik noch am Leben. Sie starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Ihr Mann ermordete sie, weil er glaubte, sie betrüge ihn. Zuvor war sie vor ihm in ein Frauenhaus geflüchtet. Die Familie der Ermordeten war empört über die Abbildung. In der ganzen Türkei gingen Frauen auf die Straße.

„Habertürk“-Herausgeber: „Ich wollte schockieren“

Fatih Altayli, Herausgeber der Zeitung, sagt einen Tag nach der Veröffentlichung, er habe genau diese Reaktion hervorrufen wollen. „Ich wollte, dass die Menschen sehen, was häusliche Gewalt wirklich bedeutet. Ich wollte sie schockieren“, so Altayli.  Über die Frauen, die vor dem Gebäude seiner Zeitung demonstrieren, sagte er, sie hätten keine Ahnung vom wirklichen Leben und sie seien „Idioten“. Seit dem Tod Etiks in der vergangenen Woche sind bis Dienstag sechs weitere Frauen umgebracht worden. Über die Veröffentlichung des Bildes sind sich die Journalisten der Zeitung allerdings nicht einig. Ein Großteil der bei der Zeitung angestellten Journalisten sagte, die Abbildung sei „beschämend“.

Sefika Etik ist in der Türkei zu einem Symbol der Opfer häuslicher Gewalt geworden. Famillienministerin Fatma Sahin erklärte, es werde in Kürze einen umfassenden Gesetzesentwurf geben, der ein härteres Vorgehen im Falle von häuslicher Gewalt beinhalten werde. Außerdem werde der Entwurf auch neue Regelungen für die  Sensibilisierung der Medien in diesem Bereich umfassen.

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