Julia Timoschenko: Neue Anklage wegen versuchter Veruntreuung

Nachdem Julia Timoschenko in dieser Woche schon zu sieben Jahren Haft verurteilt wurde, muss sie nun wegen angeblicher versuchter Veruntreuung von Staatsgeldern mit einem weiteren Strafverfahren rechnen.

Die Anklage wegen versuchter Unterschlagung sei am 12. Oktober erhoben worden, teilte Iwan Derewjanko, Chefermittler des Geheimdienstes SBU, am Donnerstag in Kiew mit. Der Vorwurf an die frühere ukrainische Ministerpräsidentin: Sie soll sich als Gasmanagerin persönlich bereichert haben. Insgesamt steht die Veruntreuung einer Summe von etwa 295 Millionen Euro im Raum. Üblicherweise werden solche Vergehen in der Ukraine mit einer Strafe von bis zu zwölf Jahren Gefängnis geahndet. Angeblich soll Timoschenko Staatsgelder auf private Konten in der Schweiz überwiesen haben.

Am Dienstag war Timoschenko aufgrund von für die Ukraine nachteiligen Gasverträgen mit Russland zu einer Strafe von sieben Jahren hinter Gittern verurteilt worden. Die Oppositionsführerin stand 2004 an der Spitze der sogenannten Orangenen Revolution. Die pro-westlich eingestellte Timoschenko hat stets ihre Unschuld beteuert. In ihren Augen ist das Verfahren gegen sie ein Komplott des pro-russischen amtierenden ukrainische Präsidenten Wiktor Janukowytsch gegen sie als Oppositionsführerin. Der Westen betrachtet die Entwicklungen in der Ukraine mit Sorge. Auch Russland kritisierte die Verurteilung Timoschenkos am Dienstag.

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