Völkermord: Sarkozy fühlt sich missverstanden

Sarkozys Aussage über den Völkermord an Armeniern führte jüngst zu Streitigkeiten mit der Türkei. Sein diplomatischer Berater David Levitte versucht nun die Spannungen zwischen beiden Ländern wieder abzubauen.

Nachdem der französische Ministerpräsident Nicolas Sarkozy von der Türkei die Anerkennung des Völkermords an den Armeniern verlangte und damit großes Aufsehen erregte, versucht er jetzt die Wogen wieder zu glätten. Sein diplomatischer Berater David Levitte lud den türkischen Botschafter in Paris, Tahsin Burcuoğlu, in den Élysée Palast ein.

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Die türkische Nachrichtenagentur „Anadolu Ajans“ wisse aus diplomatischen Quellen, Levitte habe Burcuoglu hierbei erklärt, die Aussagen des französischen Premier Sarkozy seien in der Türkei falsch verstanden worden. Außerdem habe Levitte betont, Frankreich sei die Freundschaft zur Türkei sehr wichtig. Burcuoglu entgegnete seinerseits, ein erneuter Gesetzesentwurf Frankreichs zu diesem Thema könne die Beziehungen der beiden Länder zerstören.

Nicolas Sarkozy forderte bei seinem Staatsbesuch in Armenien, die türkische Regierung solle den Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg endlich anerkennen, andernfalls werde Frankreich ein Gesetz erlassen, das das Leugnen des Völkermords künftig unter Strafe stellen werde. Schon 2009 versuchte die Regierung solch ein Gesetz durchzusetzen, der Senat lehnte es jedoch ab. Die Türkei reagierte empört über die Drohung. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu verlangte, „Frankreich solle zunächst die eigene Kolonialgeschichte aufarbeiten.“

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