Intervention durch Davutoğlu: Türkische Wissenschaftler aus iranischer Haft entlassen

Die Nachricht von drei türkischen Akademikern, die vor einigen Monaten im Iran verhaftet wurden, hat Zweifel über das Verhältnis zwischen der Türkei und seinem Nachbarland geweckt. Ist die Stimmung wirklich so freundlich, wie Offizielle beider Seiten immer wieder betonen?

Die beiden Politikwissenschaftler Rabia Karakaya Polat und Seda Demiralp Yılankaya von der Istanbuler Işık Universität wurden Ende Mai dieses Jahres zu einer Konferenz über den arabischen Frühling an der Universität Teheran eingeladen. Ein weiterer Forscher von der Koç Universität, der Ökonom Okan Yılankaya, schloss sich den beiden an, obschon er nicht zur Konferenz eingeladen wurde.

Die Gruppe traf am 28. Mai in Teheran ein. Bereits am 1. Juni wurden sie in Gewahrsam genommen, als sie gerade dabei waren nach Ende der Konferenz in Richtung Türkei abzureisen. Zwölf Tage musste das Trio im Gefängnis ausharren. Während der dort stattfindenden Verhöre wurde ihnen Spionage für die Vereinigten Staaten vorgeworfen.

Davutoğlu und Salehi einigen sich auf ein „Missverständnis“

In der Zwischenzeit nahm die türkische Botschaft Kontakt mit den iranischen Behörden auf und forderte die Freilassung der Wissenschaftler, die angegeben hatten aus rein wissenschaftlichen Interessen nach Teheran gekommen zu sein. Erst nach einem Telefonat des türkischen Außenministers Ahmet Davutoğlu mit seinem iranischen Amtskollegen Ali Akbar Salehi wurden die Drei schließlich am 12. Juni entlassen, so ein türkischer Beamter gegenüber der Zeitung „Zaman“.

Während des Gesprächs kamen die beiden Minister überein, dass es sich bei der Festnahme offenbar um ein Missverständnis hinsichtlich der Absichten der Forscher gehandelt haben müsse. Der Vorfall, der sich bereits im Frühsommer ereignete, wurde in einer Zeit der Drohungen von Seiten hoher ziviler und militärischer Führer aus dem Iran bekannt, die die Zustimmung der Türkei zum NATO-Frühwarn-Radarsystem auf türkischem Boden kritisieren und vor nicht näher spezifizierten Folgen warnten. Erst im September gab die Türkei grünes Licht für den NATO-Plan zur Stationierung eines Frühwarn-Radarsystem in der Stadt Kürecik in der Provinz Malatya im Osten des Landes. Der iranische Präsident Ahmadinedschad ist der Ansicht, das NATO-Abwehrschild sei nur zum Schutz Israels stationiert worden.

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