Türkei: 2011 bereits mehr als 20.000 Illegale aufgespürt

Wie die jüngsten Zahlen des Türkischen Generalstabs aufzeigen, wurden in der Türkei dieses Jahr bereits gut 23.000 illegale Einwanderer aufgegriffen. Die überwiegende Mehrheit der Migranten kommt aus Myanmar, gefolgt von Palästina.

Mehr als 23.000 Ausländer wurden in diesem Jahr bereits von den Gesetzeshütern bei dem Versuch aufgegriffen, auf illegale Weise in die Türkei einzureisen, um so nach Europa zu gelangen. Die größte Zahl der Illegalen, die zwischen 1. Januar und 10. Oktober 2010 gefasst wurden, stammt aus Myanmar. Gut 7,500 Menschen aus diesem Land harrten in dieser Zeit aus, um irgendwie über die Grenze zu gelangen.

Über Griechenland, Türkei oder Bulgarien nach Europa

Rang 2 nehmen Flüchtlinge aus Palästina ein. Rund 3000 versuchten in diesem Jahr bereits in die Türkei zu gelangen. Daneben kamen 1,300 aus Somalia, wo die Kindersterblichkeit auf Grund der anhaltenden Dürre- und Hungerkatastrophe explosionsartig in die Höhe schoss. Meistens versuchen die Leute über Griechenland oder Bulgarien nach Europa zu kommen. Die Türkei steht hier auf Platz 3 der „Beliebtheitsskala“.

İhsan Kaçar von einer Menschenrechtsorganisation in Istanbul bestätigt gegenüber „Hürriyet Daily News“ die Zahlen. Neben den Genannten kämen die Menschen aber auch aus dem Iran, Afghanistan und Syrien, um in der Türkei Hilfe zu suchen. Abfangen konnten die Behörden außerdem 1100 Menschen aus Eritrea sowie gut 670 Syrier.

Zustände in den Notunterkünften für Asylsuchende katastrophal

Allein in den ersten zehn Oktobertagen wurden 1,400 Illegale gefasst. 3,600 versuchten es im vergangenen September. Auch 100 Türken wurden dabei erwischt, wie sie versuchten Leute illegal über die Grenze zu bringen. Diejenigen, die in der Türkei Asyl suchen, werden an speziell dafür vorgesehene Orte außerhalb von Ankara, Istanbul und İzmir gebracht, die der Kontrolle des Innenministeriums unterstehen. Derzeit leben mehr als 20,000 Asylsuchende in der Türkei.

„Die Unterbringung an diesen Orten ist furchtbar. Vor allem Frauen haben mit Gesundheits- und Hygieneproblemen, aber auch dem Essen selbst zu kämpfen“, so Kaçar weiter. Asylsuchende blieben in der Regel ein bis zwei Jahre in solchen Unterkünften. Obwohl die Lebensumstände dort alles andere als einfach seien.

Bei Feuersbrunst sterben sieben Illegale

Erst am vergangenen Donnerstag haben Polizeibeamte der Istanbuler Einheit für Wirtschaftskriminalität 70 illegale Einwanderer, die nach Griechenland verbracht werden sollten, im Bezirk Sultangazi festgenommen. Am 9. Oktober war dort ein Feuer ausgebrochen, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen. Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei den Toten um illegale Einwanderer handelte. Jetzt stießen sie auf 70 Flüchtlinge, die in ein kleines Haus mit gerade einmal 80 Quadratmetern eingesperrt waren. „Falls hier ein Feuer ausgebrochen wäre, wäre da keiner mehr rausgekommen“, warnte ein hochrangiger Polizist nach dem Fund.

Auch hier handelte es sich überwiegend um Menschen aus Myanmar. Ein Flüchtlingsabkommen zwischen beiden Ländern, um die Menschen wieder in Richtung Südostasien zu schicken, existiert nicht.

Mehr hier:

Türkei: Polizei findet 70 Illegale in einem einzigen Haus!

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