Proteste türkischer Busfahrer außer Kontrolle: Dutzende Verletzte

31 Mitarbeiter der türkischen Gemeinde Kahta in der südöstlichen Provinz Adıyaman wurden am Wochenende im Zuge heftiger Proteste hiesiger Minibusfahrer verletzt. Diese demonstrierten gegen die Entscheidung der Gemeinde neue Linien einzuführen. Dabei steckten sie einen Bus in Brand und steuerten ihn in Richtung des städtischen Verwaltungsgebäudes.

Das Feuer des im Laufe der Protestaktion in Brand gesetzten Minibuses griff auf das Verwaltungsgebäude über. Panisch eilte das darin befindliche Personal an die Fenster des dreistöckigen Hauses. Einige sprangen Angst erfüllt aus den Fenstern. Andere harrten aus, bis sie von der Feuerwehr gerettet wurden.

Nach dem Vorfall nahm die Polizei insgesamt elf Personen fest. Am Sonntag wurden sie von einem Gericht in die Untersuchungshaft geschickt. Unterdessen zeigte sich Bürgermeister İbrahim Yusuf Turanlı empört über das Geschehene. Er verglich den Vorfall mit dem schrecklichen Madimak Brand in der zentralanatolischen Provinz Sivas im Jahre 1993, als 37 Menschen, zumeist Aleviten, getötet wurden, nachdem das Hotel, in dem sie sich befanden von einem wütenden Mob belagert und anschließend in Brand gesetzt wurde. Turanlı erklärte weiter, dass die Gemeinde auf Grund von zahlreichen Beschwerden der Anwohner, dass es zu wenige Linien gäbe, beschlossen hatte, eine Ausschreibung für neue Minibus-Linien herauszugeben.

Diplomatische Angebote des Bürgermeisters schlugen fehl

Als er der Demonstranten am vergangenen Samstag gewahr wurde, sei er sofort die Treppen hinunter gelaufen. „Ich sagte ihnen, dass man alles in Gesprächen lösen könne. Ich habe mein Bestes getan, um sie zu überzeugen. Ich lud sie in die Verwaltung ein, um alles weitere zu besprechen. Doch das interessierte sie überhaupt nicht“, beschreibt der Bürgermeister die Situation.

Die Behauptung der Minibus-Fahrer, das Ganze sei ein Unfall gewesen, wies das Stadtoberhaupt zurück. Er ist überzeugt, dass die gesamte Veranstaltung darauf ausgerichtet gewesen sei, Schaden anzurichten. „Sie behaupten, dass das ein Unfall war. Doch ich habe noch nie ein stehendes Fahrzeug sich so schnell bewegen sehen“, so Turanlı weiter. Zudem habe nicht einmal die Feuerwehr zügig vor Ort sein können. Da alle Straßen blockiert waren.

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