Ohne Gasvertrag: Wie übersteht die Türkei Winter?

Mit fallenden Temperaturen sorgen sich die Türken um den kommenden Winter. Die Türkei ließ kürzlich verkünden, den Vertrag mit dem Hauptgaslieferanten auslaufen zu lassen.

Die Temperaturen in der Türkei sind in den vergangenen Tagen stark gefallen. Bei teilweise endlos erscheinenden Regenfällen im Westen und Temperaturen bis zu 4 Grad in der Nacht machen sich die Menschen Sorgen um den kommenden Winter. Die Türkei hatte erst Anfang Oktober verkündet, den Vertrag mit Hauptgaslieferant Gazprom auslaufen zu lassen. Das russische Unternehmen wollte die Preise trotz wiederholter Verhandlungen nicht senken.

BOTAS: Türkei droht eine Erdgas-Krise

Schon am 31. Dezember 2011 endet der Vertrag des staatlichen Konzerns BOTAS mit Gazprom. 67 Prozent des Erdgasbedarfs bezieht die Türkei derzeit aus Russland. Diese Lücke muss mit der beginnenden Heizperiode gefüllt werden. In einem Bericht von  BOTAS wurde vor einer Erdgas-Krise in drei Jahren gewarnt. Der türkische Energieminister Taner Yildiz erklärte dazu, niemand müsse sich Sorgen machen.

Yildiz meint, die Türkei habe sich auf die Entwicklung eingestellt. „Eine Erdgas-Krise steht nicht zur Debatte. Wir haben uns mit unseren Plänen und Programmen darauf vorbereitet. Die Türkei wächst und auch der türkische Energiesektor entwickelt sich“, so Yildiz. Er erinnerte daran, dass der Vertrag noch bis Januar andauere. Danach werde weiterhin Gas aus Russland bezogen, mit dem Unterschied, dass private Unternehmen die neuen Abnehmer seien, so Yildiz weiter.

Gaspreise zu hoch: Türken steigen auf Heizofen um

Die Türken kümmern sich allerdings auch aus anderen Gründen um neue Heizmöglichkeiten. Wie Energieminister Yildiz schon öffentlich erklärte, sind die Gaspreise in den vergangenen 29 Monaten um 39 Prozent angestiegen. Viele können sich diese hohen Preise nicht mehr leisten und steigen auf die traditionellen Heizöfen um.  Der türkischen Zeitung „Zaman“ sagt Kemal Kurt, der sich auf einem Istanbuler Markt einen Ofen kauft: „Wir können nicht ausreichend heizen. Die Rechnungen sind zu hoch. Wir haben gar keine andere Möglichkeit.“

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