Familie des gefolterten Soldaten attackiert

Die Familie des Soldaten, der Ende letzter Woche den Misshandlungen durch seine Vorgesetzten nach 80 Tagen im Koma erlegen ist, wurde am vergangenen Wochenende ebenfalls angegriffen.

Der Gefreite Uğur Kantar kam in Folge von Misshandlungen, die er in der so genannten „Disco“, dem militärischen Slang für Disziplinargewahrsam, erlitten hatte, ums Leben. Er verstarb am vergangenen Donnerstag in der Medizinischen Militärakademie Gülhane (GATA) in Istanbul, 80 Tage nachdem er von seinen Vorgesetzten fast tot geprügelt worden wäre.

Das Militär hat mittlerweile eine eigene Untersuchung des Falls eingeleitet, um die mutmaßlichen Täter ausfindig zu machen. Fest steht bereits jetzt: Kantar war nicht ihr einziges Opfer.

Angreifer waren mit Messern, Steinen und Stöcken bewaffnet

Auch die Kontroversen um den am Wochenende beerdigten jungen Mann dauern unterdessen an. Sowohl die Tageszeitung von Vatan als auch von Taraf berichteten, dass eine Gruppe von etwa 20 Leuten in der nacht zum vergangenen Sonntag das Haus der Familie von Kantar angegriffen hätte. Die Rede ist von Personen, die mit Messern, Steinen und Stöcken bewaffnet waren, und die Familie in ihrem Zuhause in der Nachbarschaft von Emniyet in Istanbul angegriffen hätte.

Sein Onkel, seine Tante als auch sein 80-jähriger Großvater, Salim Güneytaş, versuchten den Mob aufzuhalten, doch die verärgerte Menge schlug stattdessen weiter auf sie ein. Auch der Vater des Toten, Aydın Kantar, kam nach draußen, um zu sehen, was da vor sich gehe. Auch er wurde von den Angreifern niedergeschlagen. Einige der Familienmitglieder trugen bei dem Zwischenfall Verletzungen davon. Sie wurden ins Haydarpaşa Numune Krankenhaus gebracht.

Gegen die Angreifer hat die Familie mittlerweile Strafanzeige erstattet. Doch inzwischen hat sich diese auch mit der Polizei zerstritten. Denn wie jetzt herauskam, wurden drei der Täter zunächst festgenommen, später allerdings wieder laufen gelassen.

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