Ärztemangel: Türkei will ausländische Mediziner ins Land holen

In der Türkei ist eine Debatte über die Zulassung von ausländischem medizinischen Personal entbrannt. Die Befürworter wollen den Ärztemangel im Land schnell ausgleichen. Türkische Ärzte sehen sich im Nachteil.

„Wir haben 160 Ärzte und 200 Krankenschwestern für 100.000 Patienten, während in europäischen Ländern 350 Ärzte und 700 Krankenschwester diese Anzahl von Patienten betreuen“, erklärte der türkische Gesundheitsminister Recep Akdağ. Um dieses Defizit auszugleichen, schlug das Gesundheitsministerium die Einstellung von ausländischen Ärzten vor. Die jetzige Gesetzeslage lässt das jedoch noch nicht zu. Das Ministerium hat einen Antrag ausgearbeitet.

Zu wenig medizinisches Personal in der Türkei

Die Experten sind sich über das Problem einig. In der Türkei gibt es zu wenig medizinisches Personal. Gegner des Antrags haben allerdings einen anderen Lösungsvorschlag. Der Vorsitzende der Türkischen Gesundheitsvereinigung, Önder Kahveci, meint, die Regierung ignoriere mit dem Antrag die türkischen Ärzte. Um diese zu fördern, müssten die Zulassungsbeschränkungen für die medizinische Fakultät herabgesetzt werden. Eine weitere Gefahr des Vorschlags sei die Einstellung von Ärzten aus osteuropäischen Ländern, deren Qualifikation nicht denen der Türkei entspreche.

Ausländische Ärzte müssen Sprachtest bestehen

Professor Ahmet Rasim Küçükusta ist nicht grundsätzlich gegen die Neuerung. Für ihn ist jedoch wichtig, ausländische Ärzte und Krankenschwestern nur nach bestandener Sprach- und Medizinprüfung einzustellen. Die Kommunikation zwischen Mediziner und Patient müsse in jedem Fall gewährleistet werden.

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