Armenische Journalisten werden in türkische Mordliste aufgenommen

Türkische Journalistenverbände nehmen Armenier in ihre Liste getöteter Journalisten auf. Im türkische Presse-Museum soll den Armeniern sogar ein eigener Bereich gewidmet werden.

Die türkische Journalistenvereinigung hat entschieden, die Namen ermordeter armenischer Kollegen in ihre Liste von getöteten Journalisten aufzunehmen. Ein Teil des Presse-Museums der Gesellschaft in Istanbul wird sich ausschließlich armenischen Journalisten widmen. Ahmet Özdemir, Sprecher der Türkischen Journalisten Gesellschaft (TGC), erklärte der Zeitung „Hürriyet“: “Was für uns wichtig ist, ist dass es sich hierbei um unsere Kollegen handelt. Ihre Religion, Sprache und Rasse sind irrelevant.”

Der Verein Zeitgenössischer Journalisten (ÇGD) hatte in den vergangenen Monaten zehn Armenier in ihre Liste getöteter Journalisten aufgenommen. Die TGC will jedoch nur Diran Kelekian, ein Schriftsteller und ehemaliger Herausgeber der Zeitung „Sabah“ sowie Krikor Zohrab, ein Schriftsteller, Journalist und Abgeordneter des Osmanischen Parlaments, ihrer Liste hinzufügen.

Özdemir erklärt die geringe Anzahl mit den Ansprüchen der Liste. “Journalismus ist für uns ein Kriterium. Personen, die Gedichte oder Kommentare in Zeitungen veröffentlicht haben, erfüllen dieses Kriterium nicht”, so Özdemir. Zohrab und Kelekian dagegen seien wegen ihrer journalistischen Tätigkeit umgebracht worden. Die Liste des ÇGD gehe dagegen nach anderen Kriterien. Beide Armenier mussten 1915 unter Zwang ins Exil. Kurze Zeit später wurden sie getötet.

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