Sex-Urlaub in Thailand: Muss ein Radiosender zahlen?

Radio-Gewinnspiele sind beliebte Aktionen, um die Hörer in das sonst unsichtbare Medium ganz "handfest" einzubinden. Etwas aus dem Ruder lief jetzt die ganze Sache bei einem privaten Radiosender in München.

Der Sender „Antenne Bayern“ hatte seinen Hörern in Aussicht gestellt, dass er eingereichte Rechnungen übernehme. Bisher hat alles auch ganz wunderbar funktioniert. Neue Zahnspangen für 700 Euro, ein Vereinsausflug für einen Kegelklub für 1736 Euro – bis dahin nichts Ungewöhnliches.

Der Moderator Wolfgang Leikermoser, immerhin seit 20 Jahren in der Branche, schritt am vergangenen Dienstag also abermals zur Tat. Diesmal wurde jedoch ein etwas delikater Kandidat gezogen, der selbst den routinierten Leikermoser aus der Fassung brachte. Denn der Mann reichte eine Rechnung über 2350 Euro von seinem letzten Sex-Urlaub im fernen Thailand ein. Und diese sollte nun vom Radiosender beglichen werden. Leikermoser brach die Ziehung ab. Die Debatte, ob das nun wirklich passiert, ist in vollem Gange. Ein Anwalt geht jedoch davon aus: Der Radiosender muss den Trip bezahlen.

Moderator Leikermoser will Rechnung nicht bezahlen

Die Aktion „Antenne Bayern zahlt Ihre Rechnung.“ gehört zu den besonders beliebten Angeboten des Müncher Senders. Das Prinzip ist denkbar einfach: Hörer reichen ihre Rechnungen ein. Jeden Tag zieht das Team aus den derzeit rund 10.000 Stück, drei heraus. Dann wird der Name des Gewinners durchgegeben. Jetzt hat er oder sie genau drei Lieder Zeit, um sich mit „Antenne Bayern“ in Verbindung zu setzen. Schafft er das, übernimmt das Unternehmen den Betrag.

Die Identität des Thai-Urlaubers aus dem Allgäu ist übrigens noch nicht bekannt. Und Leikermoser ist nicht gerade amüsiert: „Die Rechnung kann ich nicht übernehmen.“ Nicht nur ein Kollege, auch Hörer schalteten sich darauf hin in die Debatte ein. Darunter auch ein Anwalt, der erklärt: „Grundsätzlich gibt es Teilnahmebedingungen und da steht drin, sie zahlen jegliche Rechnung.“ Er jedenfalls werde die Sache prüfen.

Mittlerweile hat Moderator Leikermoser auch eine Stellungnahme zum Fall abgegeben. Seine Haltung bleibt konsequent:

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