PKK-Anschläge: Warum war die Türkei unvorbereitet?

Nachdem der erste Schock über die Anschläge am Mittwoch überwunden ist, fragt sich die Türkei, wie es zu diesem Angriff kommen konnte. Nach den Terror-Ankündigungen der PKK und den vergangenen Anschlägen hätte das Militär vorbereitet sein müssen.

Die Anschläge am Mittwoch haben die Türkei stark getroffen. Doch es war nicht der erste Anschlag dieser Art. Seit Monaten eskaliert die Gewalt und seit dem Ankara-Anschlag im September sind neben türkischen Sicherheitskräften auch Zivilisten das Ziel der PKK-Terroristen. Die Türkei konterte am Mittwoch mit Militäroperationen im Nordirak – auch das nicht zum ersten Mal. Es stellt sich unausweichlich die Frage, wie es zu den schweren Anschlägen kommen konnte.

Mit weiteren Anschlägen konnte das türkische Militär rechnen. Das hatte die PKK in einem Bekennerschreiben zum Ankara-Anschlag angekündigt. Erst am Dienstag explodierte eine Bombe in Bitlis, ebenfalls im Südosten der Türkei. Acht Menschen starben. Gespräche von PKK-Gruppen werden aufgezeichnet, Razzien werden durchgeführt, hunderte werden festgenommen. Zu erwarten wäre eine Abnahme der Gewalt. Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr mutmaßliche Terrorverdächtige festgenommen werde, desto mehr Terroristen scheint es zu geben.

PKK-Terroristen wurden mit Zivilisten verwechselt

Über die Anschläge auf Militärstützpunkte in Hakkari am Mittwoch kommen nun immer mehr Einzelheiten ans Licht. Vor zwei Wochen sollen die Terroristen am türkisch-irakischen Grenzübergang mit Wärmebildkameras erfasst worden sein, meldet die Zeitung „Zaman“. In dieser Zeit sollen die PKK-Mitglieder die nötigen Waffen auf türkischem Boden versteckt haben. Hier sei nicht eingegriffen worden, weil es Zivilisten gewesen sein könnten. In der türkischen Presse ist von rund 200 PKK-Mitlgiedern, die an den Anschlägen beteiligt waren, die Rede. Nach den jüngsten Ereignissen, hätte die „Zivilisten“ doch wenigstens kontrolliert werden müssen.

Staatliches Überwachungssystem wird nicht zur Terrorbekämpfung eingesetzt

Die Türkei fragt sich außerdem, wieso in allen Großstädten die sogenannten MOBESE-Kameras aufgestellt werden, im Osten der Türkei dieses System jedoch nicht ausreichend genutzt wird. Das MOBESE Überwachungssystem wurde in der Türkei eingeführt, um Verkehrs- und Raubdelikte in Großstädten schnell aufklären zu können. An Straßen und Laternen sind fast überall Kameras angebracht.

Die „Zaman“ berichtet außerdem, vor den Angriffen in Hakkari habe es zahlreiche Warnungen gegeben. Warum auf diese nicht reagiert wurde, ist ebenfalls unklar.

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