Betreiber des Streaming-Portals kino.to angeklagt

Nur wenige Monate nach der Schließung von kino.to muss sich jetzt einer der vermeintlichen Betreiber vor Gericht verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden erhob Anfang dieser Woche Anklage vor dem Landgericht Leipzig.

Dem Mann wird zur Last gelegt am Betrieb des illegalen Filehoster-Portals kino.to beteiligt gewesen zu sein. Einher soll das Ganze mit Urheberrechtsverletzungen in über einer Million Fälle gehen.

GVU bringt Ermittlungen ins Rollen

Insgesamt 13 Verdächtige wurden im vergangenen Sommer festgenommen. Sechs von ihnen befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Anklage muss nun durch das Gericht geprüft und zur Verhandlung zugelassen werden, so eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft. Ins Rollen gebracht hatte den Fall die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU). Sie hatte im vergangenen April Strafantrag gestellt. Bei dem jetzt Angeklagten soll es sich nach Angaben der Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft Dresden jedoch nicht um den Hauptbeschuldigten aus Leipzig, sondern um einen „wichtigen Mittäter“ handeln. Mit einer Anklage gegen die weiteren fünf Inhaftierten wird allerdings gerechnet.

kino.to machte als kinox.to kurz nach der Schließung weiter

Im Juni dieses Jahres wurde die Piratenseite Kino.to, die aktuelle Kinofilme, Dokumentationen und Serien anbot, und die Internetuser online streamen konnten ohne sie downloaden zu müssen, von den Behörden eingestampft. Auf der ehemaligen Seite ist seitdem zu lesen: “Die Kriminalpolizei weist auf Folgendes hin: Die Domain zur von Ihnen ausgewählten Webseite wurde wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverletzungen geschlossen. Mehrere Betreiber von KINO.TO wurden festgenommen. Internetnutzer, die widerrechtlich Raubkopien von Filmwerken hergestellt oder vertrieben haben, müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen.” Noch kurz zuvor gehörte die Seite zu den 50 meistbesuchten Websites in Deutschland. Rund vier Millionen Besucher fanden sich nach Angaben der Betreiber täglich hier ein. Am 8. Juni dann das Aus: Die Polizei in Deutschland, Spanien, Frankreich und den Niederlanden führten zahlreiche Razzien in mehr als 20 Wohnungen, Geschäftsräumen und Rechenzentren durch.

Wenig später erschien das Angebot der Macher, denen Verbinungen zum internationalen Hacker-Kollektiv Anonymous nachgesagt werden, erneut. Diesmal unter dem Namen kinox.to. Ein weiteres Mal wurde eine „Kampfansage“ formuliert: „Liebe GVU, Filmindustrie und Staat: Denkt ihr wirklich ihr könnt uns stoppen nur weil ihr haufenweise Geld habt?Wie kann es sein, dass harmlose Webseitenbetreiber auf eine Stufe mit Mördern und Vergewaltigern gestellt werden?Merkt ihr überhaupt noch was in eurem Wahn? Für was finanzieren wir euch jeden Monat? Damit ihr uns verarscht?! Was ist aus diesem Land geworden? Wo ist unsere Freiheit hin? (…)“

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Kino.to heißt jetzt kinox.to und ist wieder online

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