Wahl in Tunesien: Demokratie oder Gottesstaat?

Neun Monate nach dem Sturz des ehemaligen Präsidenten Zinedine el Abidine Ben Ali haben in Tunesien die ersten freien Wahlen nach dem Arabischen Frühling in der Geschichte des Landes begonnen.

Rund sieben Millionen Wahlberechtigte gibt es in Tunesien. Die 217 Mitglieder, die gewählt werden, sollen eine Übergangsregierung bestimmen sowie eine Verfassung erschaffen. Das Interesse der Menschen an den Wahlen ist groß, vor den Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen. 180 Wahlbeobachter aus der EU sollen den rechtmäßigen Ablauf sicherstellen. Bereits so gut wie sicher gilt, dass die islamistische Partei Ennahda die meisten Stimmen gewinnen wird. Aber noch ist nicht klar, ob sie eine Mehrheit erzielen kann.

Mehrere Quellen sorgen sich um eine Verbindung der Partei Ennahda zu radikalen Strömungen wie den Salafisten. Ennahda hatte sich bemüht, die Befürchtungen der tunesischen Säkularisten vor einem religiös beherrschten Staat unter Angabe ihres Engagements für die Demokratie und die Rechte der Frauen zu zerstreuen. In dem nordafrikanischen Land Tunesien hatte der Arabische Frühling im Januar dieses Jahres mit der sogenannten Jasmin-Revolution – der Vertreibung des autokratisch regierenden Präsidenten Ben Ali aus dem Amt – begonnen. Erste Ergebnisse der Wahlen werden für den Abend erwartet. Das Endergebnis wird wohl erst am Montag feststehen.

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