Erdbeben im Osten der Türkei: Bis zu 1000 Tote befürchtet

Das verheerende Erdbeben in der Türkei soll bis zu 1000 Menschen das Leben gekostet haben. Die Rettungskräfte sind überfordert. Die Bevölkerung versucht Verschüttete mit bloßen Händen aus den Trümmern zu retten.

Bisher berichtete die türkische Zeitung „Hürriyet“ von 85 Menschen, die bei dem verheerenden Erdbeben im Osten der Türkei ums Leben gekommen sind. Über 500 sind verletzt. Die tatsächliche Anzahl der Opfer soll allerdings viel höher sein. Das sagt das Seismologische Institut der renommierten Bogazici Universität. „Wir schätzen die Zahl der Opfer auf 700 bis 1000. Hunderte Menschen könnten ums Leben gekommen sein“, meint Prof. Dr. Mustafa Erdik.

Veysel Keser, Bürgermeister der Gemeinde Çelebibağ in Erçis bittet dringend um Hilfe: „Die Menschen kämpfen in den Trümmern um ihr Leben. Wir brauchen dringend Hilfe. Die Menschen helfen sich zurzeit mit ihren eigenen Mitteln.“ Mit bloßen Händen versuchte die Bevölkerung Eingeschlossene kurz nach dem Beben auszugraben. Der Stellvertretende Parteisvorsitzende der AKP, Hüseyin Çelik, erklärt in einem Interview mit dem Nachrichtensender „NTV“:  „Im Landkreis Erciş sind und in der restlichen Provinz von Van sind ungefähr 10 Gebäude vollkommen eingestürzt. Wir befürchten einen Anstieg der Todesopfer.“

Ministerpräsident Erdoğan ist vor Ort

Rettungskräfte kämpfen nun um das Leben der verschütteten Menschen. Mit jeder Stunde schwinden allerdings ihre Überlebenschancen. Der türkische Generalstab hat drei Transportflugzeuge zur Verfügung gestellt. Diese sollen die nötigen Medikamente in das Erdbebengebiet bringen. Da die Krankenhäuser restlos belegt sind, wurden auf den Außenflächen Hilfszelte zur Versorgung weiterer Verletzte aufgestellt. Aus den Nachbarprovinzen kommen Ärzte in das Gebiet. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan befindet sich seit Sonntagabend in Erçis, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Das Erdbeben mit der Stärke 7,2 ereignete sich um 13:45 in der Provinz Van. Hier traf es vor allem den Landkreis Erçis. Es dauerte 25 Sekunden an. Bisher haben sich nach Angaben der „Hürriyet“ 83 Nachbeben ereignet. Die Nachbeben könnten nach Expertenangaben noch ganze zwei Wochen andauern. Das Erdbeben wurde in den Provinzen Erzurum, Batman, Bitlis, Şanlıurfa, Muş, Bingöl, Siirt, Iğdır ve Hakkari und noch teilweise im Nordirak gespürt.

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