Wahl in Tunesien: Sieg der Islamisten wohl höher als erwartet!

Tunesien hat gewählt. Nach ersten Schätzungen liegt die Nahda-Partei vorn und das sehr deutlich. Die islamistische Partei rechnet nach eigenen Angaben mit über 40 Prozent.

Der Aufruf des türkischen Ministerpräsidenten, die arabischen Länder sollten den Säkularimus bevorzugen, hat scheinbar nicht gefruchtet. Nach der ersten freien Wahl in Tunesien steht nach ersten Schätzungen schnell fest: Islamisten werden das Land künftig regieren. Die Ennahda-Partei feiert ihren Wahlsieg und rechnet trotzdem noch mit einem Rückschlag. Sie sind skeptisch und schicken eigene Wahlbeauftragte in die Wahllokale, um die Ergebnisse zu überprüfen. Zusätzlich zur offiziellen Wahlbehörden wollen sie nach Beendigung der Zählung ebenfalls die Wahlergebnisse präsentieren, denn die Angst vor Wahlbetrug ist groß.

Die wahlberechtigten Tunesier in Deutschland haben ebenfalls mehrheitlich die Ennahda-Partei gewählt. Linksliberale und säkuläre Parteien haben dagegen, außer in der tunesischen Hauptstadt Tunis, eher schlecht abgeschnitten. Die Ennahda-Partei mit ihrem Vorsitzenden Rachid Ghannouchi betonte wiederholt, sie wolle in jedem Fall in Koalition regieren. Der Wahlerfolg der zentristischen Partei CPR mit dem Vorsitzenden Moncef Marzouki wird auch gut eingeschätzt. Mit dieser käme eine Koalition in Frage.

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