Seine Augen leuchten nicht mehr: Die Welt weint um Yunus

Am Montag ging sein Bild noch um die Welt: Wie durch ein Wunder wurde ein 13-jähriger Junge aus den Trümmern eines Gebäudes geholt. Er hatte überlebt, weil er unter einer Leiche begraben war, die den Aufprall der Steine milderte. Seine großen Augen wurden für die Türkei zu den Augen der Hoffnung. Doch noch auf dem Weg ins Krankenhaus erlag der kleine Yunus seinen schweren inneren Verletzungen.

Zunächst glaubten alle, dass sie Zeugen des Wunders von Van geworden sind: Ein 13-jähriger Junge wird 12 Stunden nach dem schweren Erdbeben im Osten der Türkei in einem eingestürzten Gebäude entdeckt. Die Rettungskräfte hatten eigentlich die Hoffnung, doch noch Überlebende zu finden, schon aufgegeben. Ein Internet-Café war eingestürzt. Zehn Leichen zogen sie aus den Trümmern – bis sie plötzlich einen leisen Hilferuf hörten. Sie fanden Yunus Geray, der nur mit dem Kopf aus dem Betonschutt hervorschaute. Auf dem Bild, das ihn in dieser Situation zeigt, ist eine Hand auf seiner Schulter zu sehen. Dieser noch nicht identifizierte Mann war der Grund, warum Yunus bis dahin überlebt hatte. Der tote Körper lag auf ihm und dämpfte das drückende Gewicht.

Erdbeben: Yunus konnte nicht gerettet werden

Nach einer Stunde schafften es die Rettungskräfte, ihn endlich zu befreien.
Sein Foto ging um die Welt und gab einem ganzen Land nach der schweren Katastrophe neue Hoffnung. Seinen anwesenden Onkel fragte er sofort, wie spät es sei. Als er erfuhr wie lange er weg war, bat er besorgt: „Oh nein, es ist schon so spät. Bitte sagt meinem Vater nichts davon.“ Kurz darauf verlor er das Bewusstsein. Außer zahlreichen Knochenbrüchen, hatte er schwere innere Blutungen. Auf dem Weg ins Krankenhaus erlag er seinen Verletzungen.

Sein Vater macht sich große Vorwürfe. Er erklärte der Zeitung „Sabah“
später: „Unser Haus in Erciş wurde beim Erdbeben überhaupt nicht beschädigt. Wenn er nicht ins Internet-Cafe gegangen wäre, würde er jetzt noch leben.“ Aus dem Internet-Cafe konnte niemand gerettet werden.

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