Gülen: Warum wird türkisches Militär nicht mit PKK fertig?

Der islamische Gelehrte Fethullah Gülen findet es beschämend, dass es das türkische Militär noch immer nicht geschafft hat, dem Terrorismus der PKK in drei Jahrzehnten seit ihrem Entstehen ein Ende zu bereiten. Gleichzeitig appelliert er an die Vernunft der Menschen, den Konflikt ohne Gewalt zu lösen.

Fethullah Gülen hat auf der Website herkul.org seine Trauer über den Tod von Dutzenden Mitgliedern der Sicherheitskräfte während der Terroranschläge der vergangenen Woche im Südosten des Landes zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig drückte Gülen seine Enttäuschung über das türkische Militär aus, welches versäumt habe, den PKK-Terrorismus in den vergangenen 30 Jahren zu beenden, berichtet „Zaman“.

Für ein Land, welches „eine der größten Armee und motorisierte Einheiten in der UN und der NATO“ besitze, sei es „eine Schande, dass es nicht in der Lage ist, mit einer Gruppe von Banditen in den Bergen in den letzten 30 Jahren Schluss zu machen“, so Gülen.

Die Türkei kämpft seit 1984 gegen die Terrororganisation PKK, als diese das erste Mal im Kampf für eine autonome Region im Südosten des Landes zu den Waffen gegriffen hatte. In den vergangenen Monaten war die Gewalt eskaliert. In der vergangenen Woche hatte die PKK bei mehreren gleichzeitigen Angriffen 24 Soldaten im Bezirk Cukurca in der Provinz Hakkari getötet – die höchste Todesrate in einem einzigen Angriff auf das Militär seit den 1990er Jahren. In der gleichen Woche waren bei einer weiteren Attacke durch die PKK zusätzlich fünf Polizisten und vier Zivilisten im Bezirk Güroymak in der Provinz Bitlis ums Leben gekommen.

Nach Ansicht von Gülen müssen alle Menschen, ob nun Lehrer, Imame, Sanitätsoffiziere oder Verwaltungsbehörden an einer Lösung des Problems mitarbeiten. Zudem solle es in seinen Augen auch Kurse auf Kurdisch in türkischen Schulen geben: „Sogar Schulen in den Vereinigten Staaten bieten Türkisch als Wahlpflichtfach an. Warum wurde Kurdisch nicht als Wahlpflichtfach an [türkischen] Schulen angeboten“, fragte er.

Die kurdische Sprache war bis 1991 vollständig in der Türkei verboten. Das Land hat gerade erst begonnen, sich mit dem Gebrauch des Kurdischen in den letzten Jahren zu versöhnen. Zum ersten Mal wurde 2009 ein staatlicher kurdischer Fernsehkanal eröffnet, private Kurdisch-Kurse dürfen unterrichten.

Gülen fügte hinzu, es sei unmöglich, ein Ziel nur durch den Einsatz von Gewalt und durch das Töten von Menschen zu erreichen. Als Vorbild das Leben des Propheten Muhammad nennend sagte Gülen, die Menschen im Südosten sollten über diesen Geist der Menschlichkeit informiert werden, um die Jugendlichen so davor zu schützen, in die Fänge der PKK zu gelangen. Durch die Verwendung von „Brutalität, Mord oder Tyrannei“ könne „niemals Nutzen für die Menschheit erreicht werden“.

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