Erdbeben: Türkei nimmt Hilfe aus dem Ausland an

Drei Tage nach dem schweren Erdbeben hat die Türkei sich bereit erklärt, Hilfsangebote aus dem Ausland anzunehmen. Die Zahl der Opfer ist auf 459 gestiegen.

Noch immer kämpfen die Retter im Erdbebengebiet in der Türkei um jedes Leben, was sie aus den Trümmern bergen können. Erst am Dienstag waren überraschend ein wenige Tage alter Säugling und seine Mutter unversehrt geborgen worden. Doch die Lage wird immer ernster. Schlechte Wetterbedingungen erschweren ihr Handeln und die Lage der Menschen, die sich aufgrund von mehreren Nachbeben zum Teil nicht in ihre Häuser zurück trauen.

Zelte, Container und Notunterkünfte benötigt

Die Türkei hat sich nun bereit erklärt, Hilfe aus Ländern anzunehmen, einschließlich Israel, die zuvor ihre Unterstützung angeboten hatten. In einer früheren Ankündigung hatte es geheißen, die Regierung sei durchaus in der Lage, die Folgen des Erdbebens allein zu bewältigen. Die nun angeforderte Hilfe soll vor allem dem Wiederaufbau der zerstörten Gegend in der Provinz Van dienen, der auf die Such-und Rettungsmaßnahmen folgt. So würden nun insbesondere Zelte und Wohncontainer für die Helfer und Geretteten sowie weitere Materialien zur Erstversorgung der Opfer benötigt, erklärte ein Vertreter des Außenministeriums am Dienstagabend der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Israel will sich mit einer Luftbrücke beteiligen. Auch Deutschland hat seine Hilfe angeboten.

„Das Leben ist zur Hölle geworden“

Inzwischen ist die Zahl der Todesopfer auf 459 nach oben korrigiert worden. Mehr als 1350 sind verletzt. 2262 Häuser wurden zerstört. Zehntausende Menschen sind obdachlos. „Das Leben ist zur Hölle geworden. Wir sind draußen, das Wetter ist kalt. Es gibt keine Zelte“, sagt Emin Kayram, 53, an einem kleinen Feuer in der Stadt Ercis sitzend. Seine Familie, die aus acht Mitgliedern besteht, verbringt die Nacht in einem Transporter, der nebenbei geparkt ist, berichtet „Zaman“. Ercis war am stärksten vom Beben zerstört worden. Sein Neffe sei noch immer in den Trümmern eines Gebäudes hinter ihm gefangen, wo Rettungskräfte die ganze Nacht hindurch gegraben haben, sagt er: „Er ist 18, ein Student. Er steckt immer noch da drin. Dies ist der dritte Tag, aber man darf nicht die Hoffnung verlieren. Wir müssen hier warten“, sagt er.

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