Erdbeben: Aufruhr und Schüsse im Gefängnis von Van

Am Dienstag war es zu einem besonders schweren Nachbeben in der Region Van gekommen. Die Häftlinge des dortigen Gefängnisses ergriff Panik. Als sich die Gefängniswärter weigerten, die Insassen aus ihren Zellen zu lassen, kam es zu einer Revolte. Feuer wurde gelegt und Wärter angegriffen.

In der von dem Erdbeben am Sonntag stark zerstörten Stadt Van ist am Dienstagabend eine Gefängnisrevolte ausgebrochen. Die Insassen hatten aufgrund eines starken Nachbebens der Stärke 5,4 am späten Nachmittag befürchtet, das Gebäude könnte einstürzen, sodass sie in ihren Zellen erdrückt würden. Sie forderten, aus ihren Zellen in den Gefängnishof gelassen zu werden, was ihnen jedoch verweigert wurde. Daraufhin nahmen viele Häftlinge ihre Decken und zündeten sie an. Einige gingen mit Scheren und Messern auf die Wärter los. Mehrere Schüsse waren zu hören, Flammen schlugen aus dem Gebäude.

Nachdem die Feuerwehr das Feuer gelöscht hatte, gesellten sich Mitglieder der pro-kurdischen Partei BDP zu den Regierungsbeamten und Gefängnisleitern, um mit den Gefangenen zu reden. „Die Insassen wollten natürlich hinaus in den Hof nach dem starken Nachbeben. Es wurde ihnen nicht erlaubt, es herrschte Chaos. Wir hörten, dass ein Feuer ausgebrochen war“, schildert Aysel Tuğluk, einer der Abgeordneten, laut „Zaman“ der Nachrichtenagentur Reuters die Situation.

Etwa 50 Häftlinge kehrten ins Gefängnis zurück

Etwa 200 Insassen hatten das Chaos direkt nach dem Beben am Sonntag zur Flucht genutzt, nachdem eine Mauer eingestürzt war. Etwa 50 seien jedoch nach einem Besuch bei Verwandten wieder ins Gefängnis zurückgekehrt.

Sefa Mermerci, Generaldirektor der Justizvollzugsanstalt, sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Anatolia: „Manche Häftlinge entkamen aus dem Gefängnishof, nachdem die Mauer eingestürzt war, um ihre Familien zu sehen. Und sie kehrten zurück, nachdem sie diese gesehen hatten.“

Er bestritt auch, dass irgendwelche Mitglieder der PKK unter den geflohenen Insassen waren: „Es gibt keine Gefangenen, welche in diesem Gefängnis Strafen für Terrorismusverbrechen verbüßen. Dies ist ein Gefängnis für gewöhnliche Verbrechen“, so Mermerci.

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