50 Jahre Anwerbeabkommen: Nostalgiezug fährt von Istanbul nach Deutschland

Der Deutschland-Zug fährt wie vor 50 Jahren von Istanbul nach Müchen. Mit ihm kamen die ersten Gastarbeiter aus der Türkei. Einige von ihnen konnten diesen historischen Moment nun ein zweites Mal erleben.

Am vergangenen Mittwoch hat der „Der Deutschland-Zug“ im Bahnhof Sirkeci in Istanbul seinen Weg nach München angetreten. Genau wie vor 50 Jahren. Am 30. Oktober wird der Zug in Deutschland ankommen, dem 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen der Türkei und Deutschland. Damals kamen die ersten Gastarbeiter voller Hoffnung in die Bundesrepublik. In Sirkeci trafen sie sich noch einmal und nahmen in dem Zug ein zweites Mal Platz. Mit ihnen verschiedene Politiker, wie der Vorsitzende des türkischen Parlaments Cemil Cicek.

Ehemalige türkische Gastarbeiter erinnern sich

İbrahim Yorgun gehörte zu diesen ersten Gastarbeitern. Er erklärt: „Wir sind damals als einfache Arbeiter nach Deutschland gegangen. Jetzt ist eines meiner Kinder Anwalt und ein zweites Arzt.“ Muhtat Mıhmat kam 1962 aus der Provinz Kayseri nach Deutschland. Er ließ seine Frau zurück, um in Deutschland eine Weile Geld zu sparen. Besonders der Anfang sei schwer gewesen, meint Mıhmat. „Wir kannten die deutsche Kultur nicht und wir konnten die Sprache nicht. Wenn wir etwas kaufen wollten, haben wir den Verkäufer am Arm genommen und es ihm gezeigt. Wir hatten auch kein Geld und haben uns deshalb nur von Kartoffeln, Nudeln und Eiern ernährt.“

Der türkische TV-Sender „TRT“ dreht eine Dokumentation über die ersten Gastarbeiter, die ebenfalls den Titel „Der Deutschland-Zug“ tragen wird. TRT-Chef Ibrahim Şahin erklärte am Mittwoch am Bahnhof Sirkeci, im Zug sei Sehnsucht, Trauer und Liebe mitgefahren.

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