Trotz schwerer Erdbeben: Yıldız hält an AKW-Plänen fest

In Anbetracht der schweren Erdbebenkatastrophe, die sich am vergangenen Sonntag im Osten der Türkei ereignete, bemüht sich der türkische Energieminister Taner Yıldız nun noch einmal, alle Befürchtungen auszuräumen, die mit dem Bau von zwei Kernkraftwerken im Land einhergehen.

Die Türkei gilt auf Grund ihrer besonderen tektonischen Lage generell als sehr erdbebengefährdet. Immer wieder kommt es zu starken Erschütterungen mit verheerenden Konsequenzen. Taner Yıldız hingegen versucht, die nach wie vor bestehenden Sorgen zu zerstreuen: „Die Türkei ergreift alle erdenklichen Maßnahmen, um Risiken (die von AKWs ausgehen könnten) zu vermeiden.“ Seiner Ansicht nach bestehe kein Grund zur Besorgnis, da die neu errichteten Kernkraftwerke zu den stärksten Gebäuden des Landes zählen werden.

AKW-Pläne der Türkei sorgen für scharfe Kontroversen

Die Türkei plant in den kommenden zehn Jahren die Errichtung von zwei AKWs, eines im Süden und ein weiteres im Norden. Obwohl die Pläne in der Öffentlichkeit auf Grund ihrer offensichtlichen Risiken, die von Atomkraftwerken ausgehen – auch mit Blick auf Naturkatastrophen -, für scharfe Kontroversen sorgen, hält man weiterhin daran fest.

Zwischen der Türkei und Russland wurde bereits im Jahr 2010 ein entsprechender Vertrag über den Bau des ersten AKWs unterzeichnet. Die Kosten sollen sich auf etwa 20 Milliarden Dollar belaufen. Russlands staatlicher Energiekonzern Rosatom will 2013 mit der Umsetzung in Akkuyu beginnen. Ab 2018 sollen die Generatoren dann Elektrizität liefern.

Bezüglich eines zweiten Werks am Schwarzen Meer stand die Türkei ebenfalls schon im vergangenen Jahr in Verhandlung mit Japan. Diese wurden jedoch durch die verheerende Erdbeben- und Tsunamikatastrophe, die die Insel im letzten März heimgesucht und auch das Kernkraftwerk Fukushima schwer beschädigt hat, jäh unterbrochen.

Mehr hier:

Atomenergie: Türkei holt Russen ins Land
Türkei plant noch ein drittes AKW
Erdogan hat nukleare Sicherheit auf der Agenda
„Diejenigen, die meinen, es könne in der Türkei keinen Tsunami geben, irren sich!“
„Es ist unmöglich, sich gegen das Volk zu stellen“
Atomausstieg: Türkei hält an japanischer Skandalfirma fest
Türkisches Atomprojekt: Japanische Skandalfirma Tepco steigt aus!
Energiebedarf auf Zypern: Ist ein AKW die Lösung?

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.