Tag der Republik: Darf man in Katastrophenzeiten feiern?

Die Opposition ist empört: Die Regierung hat die Feiern zum Tag der Republik wegen dem Erdbeben in Van abgesagt. Die Erinnerung an die Staatsgründung könnte den Zusammenhalt im Land stärken, so die CHP.

Die Türkei diskutiert über die Entscheidung der Regierung, offizielle Feierlichkeiten und Paraden zum Tag der Republik abzusagen. Während das schwere Erdbeben in Van nur einige Tage zurückliege und die Region noch mit den Folgen der Katastrophe kämpfe, sei das nicht angebracht, so die Erklärung. Kritiker sehen das nicht so. Sie meinen, gerade an diesem Tag seien die Paraden wichtig, um den Zusammenhalt der türkischen Bevölkerung in dieser schweren Zeit zu stärken.

Am 23. Oktober 1923 wurde vom Staatsgründer Atatürk die Türkische Republik aufgerufen. Der Tag der Republik ist der größte Nationalfeiertag der Türkei und wird jedes Jahr ausgiebig gefeiert. Dazu gehören Militäraufmärsche und Paraden öffentlicher Einrichtungen im ganzen Land.

 CHP: Die Regierung hat den Tag der Republik nicht verstanden

Kemal Kilicdaroglu, Vorsitzender der führenden Oppositionspartei CHP erklärte zur Entscheidung der Regierung: „Für die Absagen der Feierlichkeiten haben wir Verständnis. Die Absage der offiziellen Paraden heißt jedoch, dass der Sinn der Republik nicht verstanden wurde. Die Tugenden der Republik wurden nicht verstanden. Sind sich die Verantwortlichen dieser Entscheidung überhaupt bewusst, dass sie damit die 63 beim Erdbeben gestorbenen Lehrer gekränkt haben? Sie hatten ihre Schüler auf die Paraden vorbereitet.“ Der türkische Staat sei erst nach vielen Hürden gegründet worden. Durch die Erinnerung daran, könnte das Land neue Kraft gewinnen, so die CHP.

Die türkische Regierung besuchte am Samstagmorgen gemeinsam das Atatürk-Mausoleum und legte dort einen Kranz nieder. Diese Tradition wurde am 88. Jahrestag der Staatsgründung nicht gebrochen.

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