Erdogan: Türkei will Soldaten im Irak ausbilden

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Irak über die Ausbildung irakischer Truppen wurde abgebrochen. Mit dem Abzug der US-Soldaten Ende des Jahres könnte eine große Sicherheitslücke entstehen. Diese soll nun die Türkei füllen, erklärte der irakische Premier

Die irakische Regierung erklärte am Sonntag, der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan habe dem irakischen Vize-Präsidenten Tariq al-Hashimi bei seinem Besuch in Ankara angeboten, irakische Truppen auszubilden. Damit würde die Türkei für die USA einspringen, berichtete die Nachrichtenagentur „Kuwait“. Die Vereinbarung mit dem Irak über die Schulung der Truppen war nicht zustande gekommen. Das hatte der irakische Premier Nouri al-Maliki erst kürzlich verkündet. Die USA wollten als Gegenleistung Immunität für die eigenen Truppen. Der Irak lehnte das ab. Hashimi habe am Freitag in Ankara betont, es müssten Alternativen diskutiert werden.

Türkische Regierungssprecher wollten keine Aussagen zum Gespräch zwischen Erdogan und al-Hashimi machen. Sie erklärten jedoch der türkischen Zeitung „Zaman“, wenn der Irak mit solch einer Bitte an die Türkei herantreten würde, würde die Türkei sicherlich positiv reagieren. Ein anonyme Regierungsquelle berichtete zudem: „Die Türkei ist bereit, dem Irak bestmöglich zu helfen.“

US-Truppen-Abzug: Irak befürchtet Sicherheits-Vakuum

Im Irak sind derzeit knapp 40.000 US-Soldaten stationiert. Am 31. Dezember werden sie abgezogen, das hatten Washington und Bagdad 2008 in einem Abkommen festgelegt. Mehrere Tausend sollten jedoch auch noch im nächsten Jahr im Irak bleiben, um irakische Truppen auszubilden. Nouri al-Maliki sagte der „Associated Press“: „Als die Amerikaner um Immunität baten, haben wir geantwortet, dass das nicht möglich ist.“ Damit seien die Verhandlungen abgebrochen worden. Al-Hashimi bat die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Ausbildung professioneller Soldaten. Nach dem Abzug der US-Truppen fürchte er das Entstehen eines „Sicherheits-Vakuums“. Dieses müsse gefüllt werden, so al-Hashimi.

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