Psychiatrie statt Gefängnis: Massenmörder Breivik für unzurechnungsfähig erklärt

Anders Behring Breivik, der bei einem Bombenanschlag in Oslo und auf der Insel Utøya 77 insgesamt Menschen tötete und 151 verletzte, ist von zwei Gutachtern für unzurechnungsfähig erklärt worden.

Die Gutachter glauben, dass Breivik in einem psychotischen Zustand war, während er am 22. Juli dieses Jahres seine Taten beging. Und auch während der 13 Interviews, welche die beiden Psychiater mit ihm führten, sei er geisteskrank gewesen, wie sie auf einer Pressekonferenz am Dienstag erklärten.

Breivik soll demnach unter einer schweren Psychose gelitten haben. Genauer wird das Krankheitsbild mit paranoider Schizophrenie bezeichnet. Breivik hat die Durchführung der Anschläge gestanden, aber auf nicht schuldig plädiert. Er hatte zuvor gesagt, die Anschläge seien grauenhaft, aber „notwendig“. Die beiden Psychiater kommen in ihrem 243 Seiten umfassenden Bericht zu dem Schluss, dass Breivik in seinem „eigenen wahnhaften Universum“ lebe, „in dem alle seine Gedanken und Handlungen von seinen Wahnvorstellungen geleitet werden“.

„Die Person war während der Taten und während der Gespräche mit den Gutachtern psychotisch“, heißt es zudem in dem Dokument über die Psyche Breiviks. Breivik habe sich für den größten Ritter Norwegens und für einen „zukünftigen Regenten Norwegens“ gehalten.

Es wird davon ausgegangen, dass das Gericht der Einschätzung der Gutachter folgt und Breivik nun in einer psychiatrischen Einrichtung und nicht in einem Gefängnis untergebracht wird. Der Prozess gegen ihn wird allerdings wahrscheinlich wie geplant am 16. April nächsten Jahres beginnen. Bevor der Bericht öffentlich gemacht wurde, sagte ein Anwalt der Opfer des Attentäters, für sie spiele es keine Rolle, was der Abschlussbericht für ein Ergebnis bringe, so lange Breivik nicht freigelassen werde.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.