Dersim Massaker: Keine Entschuldigung vom Oppositionsführer

Die Debatte um das Massaker von Dersim in den 1930er Jahren ist neu entflammt. Während der türkische Ministerpräsident Erdogan eine Entschuldigung von Oppositionsführer Kilicdaroglu fordert, will dieser die Staatsarchive zu dem Verbrechen öffnen und sagt, eine bloße Entschuldigung sei nicht ausreichend.

Recep Tayyip Erdogan hat sich am Donnerstag im Namen des türkischen Staates für das Massaker von Dersim in den 1930er Jahren entschuldigt und gleichsam eine Entschuldigung von Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (CHP) gefordert, dessen Partei zu dieser Zeit einzige politische Partei war. Doch Kilicdaroglu hat sich nicht entschludigt. Im Gegenteil: Er fordert nun laut türkischen Medienberichten die Regierung auf, Dokumente aus dem Staatsarchiv freizugeben, welche die Vorgänge in Dersim beleuchten. Doch auch das sei noch nicht genug.

Bezugnehmend auf einige archivierte Dokumente, die das Massaker von Dersim beleuchten, und die von Erdogan am Mittwoch öffentlich gemacht wurden, erklärt Kilicdaroglu, dass diese diese Dokumente keinesfalls unbekannt seien. „Die Staatsarchive zu öffnen ist keinesfalls genug.“ Der Staat, so Kilicdaroglu, müsse den Menschen von Dersim, die deportiert wurden, ihre Eigentümer zurückgeben. „Die Menschen von Dersim werden es der AKP nicht gestatten, ihren Schmerz auszunutzen.“

Zugleich äußerte Kilicdaroglu, die Entschuldigung Erdogans reiche nicht aus: „Warum öffnen Sie nicht die Archive der Türkischen Republik? Ein früherer Vorschlag, den wir im Jahr 2002 eingereicht haben [die Archive zu öffnen], wurde von der AKP abgelehnt. Man muss in der Auseinandersetzung mit der Geschichte aufrichtig sein. Ich hatte auch den Ministerpräsidenten aufgefordert, sich [für Dersim] zu entschuldigen. Er sagte dann, er könnte das nicht tun. Immerhin hat er sich gestern entschuldigt. Aber mit einer Entschuldigung ist es nicht getan“, so Kilicdaroglu. Bei dem Massaker von Dersim wurden Tausende von Aleviten durch das Militär im Jahr 1937 getötet.

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