Ägypten: Anschlag auf Gaspipeline vor ersten freien Wahlen

Trotz der andauernden Massenproteste gegen den Militärrat in Ägypten beginnen neun Monate nach dem Sturz von Präsident Mubarak die ersten freien Parlamentswahlen. In der Nacht wurde ein Anschlag auf eine Gaspipeline verübt.

Die Wahllokale haben geöffnet. Die Menschen in Kairo stehen geduldig in Schlangen vor den Wahllokalen, um ihre Stimme abzugeben. Die Abstimmung ist ein Meilenstein. Viele Ägypter hoffen, dass sie das Land in eine demokratisches Zeitalter führen nach Jahrzehnten der Diktatur. “Dies ist das erste Mal in 55 Jahren, dass ich abstimmen kann. Das gab es noch nie in der Geschichte Ägyptens, seit Adam und Eva, dass wir diese Gelegenheit hatten. Ich bin bereit, zehn Stunden oder sogar bis morgen zu warten, wenn ich muss, aber ich will meine Stimme agbegeben”, wird ein ägyptischer Geschäftsmann aus Kairo von CNN zitiert.

Es ist der erste Wahlgang eines komplizierten Wahlverfahrens, das erst im März kommenden Jahres beendet sein wird. Zuerst stimmen die Einwohner von Kairo, Alexandria und sieben weiteren Provinzen ab. Im Dezember und Januar werden die anderen 18 Provinzen ihre Stimme abgegeben.

Auf dem Tahrir-Platz von Kairo demonstrierten am Wochenende wieder tausende Menschen für die Schaffung einer zivilen Regierung ohne eine gehobene Sonderstellung des Militärs. Den Protesten, die vor einer Woche wieder aufflammten, fielen mindestens 41 Menschen zum Opfer.

Anschlag auf ägyptische Pipeline

In der Nacht auf Montag war nahe der Ortschaft El-Arisch auf der Sinai-Halbinsel bei einem Anschlag eine Gaspipeline nach Israel und Jordanien explodiert. Unklar ist noch, wer für den Sprengstoffanschlag verantwortlich ist. Ägypten beliefert Isael und Jordanien mit Gas. Die Verträge dazu waren noch unter Mubarak abgeschlossen worden und sind deshalb umstritten.

http://www.youtube.com/watch?v=9BwTrjFrkv0&feature=player_embedded

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