Papandreou: Griechen sollen über EU-Rettungspaket abstimmen

Griechenlands Regierungschef Papandreou hat mit der Ankündigung für Überraschung gesorgt, sein Volk über das EU-Rettungspaket abstimmen lassen zu wollen.

„Der Bürger wird aufgerufen sein, zu der neuen Schuldenvereinbarung laut ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ zu sagen“, so Papandreou im griechischen Parlament am Montag. Er glaube an das „Urteilsvermögen“ seiner Bürger und an deren „Entscheidung“. Wenn das Volk die neue Vereinbarung zum Schuldenschnitt ablehnte, „wird sie nicht verabschiedet“, sagte Papandreou.

Dass die Griechen das EU-Rettungspaket wirklich mehrheitlich wollen, ist allerdings fraglich. Eine Umfrage vom Wochenende hatte ergeben, dass 58,8% der Griechen glauben, die in Brüssel gefassten Beschlüsse des EU-Gipfels würden negative oder sehr negative Auswirkungen auf Griechenland haben.

Bei der griechischen Opposition kommt der Abstimmungsplan Papandreous gar nicht gut an. Sie wirft ihm Unberechenbarkeit vor und, dass sich der Rettungsprozess des Landes nun wahrscheinlich noch länger hinziehen wird. Dies würde zu einer noch stärkeren Isolation Griechenlands beitragen. Die Abstimmung ist möglicherweise erst für kommendes Frühjahr geplant. Lehnten das Volk den Rettungsschirm ab, droht Griechenland die Staatspleite und der Austritt aus der europäischen Währungsunion.

Derweil kommt es bei Protesten auf den griechischen Straßen immer wieder auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Sogar Politiker wurden zum Teil bedroht und attackiert. Selbst Papandreou war am Wochenende scheinbar nur knapp einem Angriff auf seine Person entgangen.

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