Gerichtsurteil: Assange-Auslieferung nach Schweden rechtsmäßig

Rückschlag für WikiLeaks-Gründer Julien Assange: Der Londoner High Court entschied, dass Assange an Schwegen ausgeliefert werden dürfe. Der Haftbefehl sei, entgegen des Einspruchs der Verteidigung, rechtmäßig.

Der High Court in London hat am Mittwoch entschieden: WikiLeaks-Gründer Julien Assange darf an Schweden ausgeliefert werden. Hier droht ihm eine Haftstrafe wegen Vergewaltigung. Nun will er seine vorerst letzte Chance nutzen und vor dem Supreme Court Berufung einlegen. Assange erklärte jedoch bereits zuvor, wenn auch der Supreme Court sein Anliegen ablehne, werde er sich an ein EU-Gericht wenden.

Das Urteil in London war nicht überraschend. Auch Assange-Verteidiger Björn Hurtig glaubt an eine Auslieferung des 40-Jährigen. Der schwedischen Zeitung „Svenska Dagbladet“ erklärte er: „Das ist natürlich traurig, aber so funktioniert das internationale Rechtssystem.“ Die Verfahren verzögert die Auslieferung offenbar nur. Assange war nach dem Urteil in London enttäuscht und muss sich nun wieder unter Hausarrest begeben.

Assange: Vergewaltigungs-Vorwurf ist ein Komplott

Der Verteidiger der beiden schwedischen Frauen, die Assange Sexualstraftaten vorwerfen, zeigte sich dagegen erfreut über die Nachricht. Assange soll 2010 in Schweden mit zwei Frauen Sex gehabt haben und das gegen die Einwilligung der Frauen ungeschützt. Nach schwedischem Gesetz kann ihm damit Vergewaltigung vorgeworfen werden. Julien Assange meint, dass alles sei eine Verschwörung. Er befürchtet, in Schweden könne man ihn an die USA ausliefern. Über seine Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte Assange geheime Dokumente der USA veröffentlicht. Die eigentliche Absicht sei, ihn dafür zu belangen.

Im November wurde gegen Julien Assange ein internationaler Haftbefehl erlassen. Zu diesem Zeitpunkt war er abgetaucht und konnte erst im Dezember in London verhaftet werden. Zwei Monate später kam er auf Kaution frei. Seitdem steht er unter Hausarrest und muss eine elektronische Fußfessel tragen.

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