Griechenland erhält vorerst kein Geld mehr

Die EU - allen voran Angela Merkel und Nicolas Sarkozy - hat die Zahlungen an Griechenland gestoppt. Schuld ist die vom griechischen Premier Papandreou geplante Abstimmung über das EU-Rettungspaket.

Am Abend hatte Merkel nach einem Arbeitsessen mit ihren Amtskollegen in Cannes in Frankreich der Presse mitgeteilt: „Wir verteidigen den Euro. Wir wollen das mit Griechenland gemeinsam tun. Aber wir sagen auch, dass wir das große Einigungswerk nicht aufs Spiel setzen. Das sind unsere Prioritäten. […] Wir respektieren die Entscheidung des griechischen Volkes, aber wir werden den Euro nicht aufgeben.“ Damit sagte Merkel indirekt erstmals, dass man notfalls auf die Euro-Mitgliedschaft Griechenlands verzichten werde, sollte sich das griechische Volk gegen das Rettungspaket entscheiden.

Und Sarkozy ließ verlauten: „Wir sind bereit zu helfen, das ist die Basis der europäischen Solidarität, aber das schließt ein, dass auch Griechenland seine Verpflichtungen erfüllt. […] Wir lassen uns den Euro nicht kaputtmachen.“

Griechenland, so ist es ursprünglich geplant, soll 100 Milliarden Euro an Hilfsgeldern bekommen, dazu einen Schuldenschnitt von 50 Prozent. Aufgrund der Querelen um die am Dienstag von Papandreou ohne vorherige Information seiner EU-Kollegen angekündigte Volksabstimmung ist die Auszahlung der anstehenden Rate von acht Milliarden Euro gestoppt worden. Sollten die Bürger Griechenlands wirklich gegen das Rettungspaket stimmen – das Voting ist wahrscheinlich für den 4. oder 5. Dezember geplant – bekommt Griechenland auch den Rest des Geldes nicht mehr.

Sarkozy: „Wir wünschen lebhaft, dass sie (die Griechen) in der Euro-Zone bleiben, aber die sechste Tranche der EU-Hilfe kann nur ausgezahlt, werden, wenn es keine Zweifel über den Ausgang des Referendums gibt.“ Bei einer Umfrage hatten fast 60 Prozent der Griechen ihren Unwillen bezüglich des Rettungspakets bekundet. Sollte auch das Ergebnis im Dezember so lauten, ist ein Euro-Austritt der Griechen wahrscheinlich.

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