Türkische Behörden machen Kirche zur Moschee!

Die Hagia Sophia in Bursa, nicht zu verwechseln mit dem berühmten Bauwerk in Istanbul, war ursprünglich eine Kirche und wurde im Osmanischen Reich als Moschee genutzt. Nachdem sie jahrelang leer stand, ertönte am Dienstagabend der Ruf des Muezzin.

In den türkischen Medien wird darüber diskutiert, ob die Entscheidung der Bezirksregierung von Iznik, Landkreis der Provinz Bursa, angemessen war. Ursprünglich als Kirche erbaut, ertönte am Dienstagabend erstmals der muslimische Gebetsruf aus dem Gebäude. Kirche, Moschee oder Museum – darüber herrscht Uneinigkeit, nicht nur in den Medien, sondern auch bei den Behörden. Am Eingang des historischen Bauwerks wird darauf hingewiesen, dass es sich hier um das Hagia Sophia Museum handelt. Drei türkische Lira mussten Besucher bisher für den Eintritt zahlen. Die Bezirksregierung weist auf ihrer offiziellen Internetseite ebenfalls auf das Museum hin.

Leiter des türkischen Stiftungsamts, Adnan Ertem, erklärte: „In byzantinischen Dokumenten finden wir erstmals im Jahr 787 Hinweise auf das Bauwerk. Als die Stadt 1330 von Orhan Gazi eingenommen wurde, wurde es in eine Moschee umgewandelt. Diese Hagia Sophia Moschee wurde später bei einem schweren Feuer stark beschädigt und während der Zeit von Sultan Süleyman von dem Architekten Sinan wieder aufgebaut. Es wurde ein Minarett hinzugefügt und verschiedene Veränderungen durchgeführt. Bis heute wurde die Hagia Sophia Moschee nicht mehr als Gebetsstätte genutzt. Das Stiftungsamt und die Bezirksregierung haben 2007 mit der Renovierung der Hagia Sophia Moschee begonnen.“

Gesetzlich dürften Gebetshäuser zudem nicht vermietet werden und auch nur als Gebetsstätten genutzt werden. 1995 wollte das Kultusministerium ein Museum aus der Hagia Sophia oder Orhan Camii, wie sie auch genannt wird, machen. Historisch wurde die Kirche dem Osmanischen Reich vermacht, so Ertem. Er betonte, die Gründungsabsicht, nämlich die einer Gebetsstätte, dürfte nicht verletzt werden. Deshalb komme ein Museum nicht in Frage.

Im Grundbuch werde das Gebäude ebenfalls als Moschee aufgeführt. Dem Antrag der türkischen Religionsbehörde, die Moschee wieder zu eröffnen, sei stattgegeben worden.

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