Griechenland: Abgeordnete sprechen Papandreou das Vertrauen aus

Die meisten hatten erwartet, das sei das politische Ende von Georgios Papandreou. Doch in der Nacht auf Samstag hat der griechische Premierminister vom Parlament das Vertrauen ausgesprochen bekommen. 153 von 298 Abgeordneten gaben ihm ihre Stimme - zwei mehr als notwendig.

Vor der Abstimmung hatte Papandreou erneut für einen Neuanfang in Griechenland geworben und die Beantragung der Bildung einer Großen Koalition beim Staatspräsidenten angekündigt. Die Beschlüsse des EU-Gipfels seien die „letzte Chance“. Schnelle Neuwahlen schließt Papandreou aus.

Mit einer tragfähigen Übergangsregierung, die möglichst viele Lager mit einschließt, soll nun der in Brüssel ausgehandelte Rettungsplan umgesetzt werden. Dies ist umso dringender, als dass Griechenland Mitte Dezember Geld die Staatspleite droht, wenn nicht gehandelt wird. Andererseits gibt es auch gegenteilige Stimmen. Laut Informationen der „Financial Times“ hat Griechenland auch ohne die Hilfsmittel der EU noch genügend Geld, um bis Ende des Jahres durchzuhalten. (Mehr hier)

Finanzminister Venizelos Nachfolger Papandreous?

Angela Merkel und Nicolas Sarkozy hatten am Mittwoch angekündigt, dass die sechste Tranche über acht Milliarden Euro erst an den hoch verschuldeten Staat überwiesen werde, wenn sich Griechenland zur EU bekenne und alles dafür tue, die erforderlichen Sparmaßnahmen umzusetzen.

Möglicherweise könnte auch Finanzminister Evangelos Venizelos Nachfolger von Papandreou werden. Dieser hatte Papandreous Vorschlag einer Volksabstimmung über das EU-Rettungspaket in dieser Woche öffentlich abgelehnt. „Ministerpräsident Papandreou wird Venizelos als neuen Regierungschef vorschlagen und nach Hause gehen – es ist beschlossene Sache“, sagte laut dem englischen „Guardian“ ein Mitarbeiter von Finanzminister Venizelos.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.